5 Dinge die ich als junge Mutter gern gewusst hätte

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Ich bin nun seit über 12 Jahren Mutter und ich sage es mal so: Ein bisschen Erfahrung habe ich jetzt. Vieles ist gut gelaufen, stelle ich rückblickend fest. Manches eher mäßig. Ein paar wenige Dinge waren echt unschön. Und so manche Sorge hätte sich vermeiden lassen, wenn ich gewusst hätte, was ich heute weißt. Fünf Dinge, die ich gern als junge Mutter gewusst hätte, möchte ich heute mit euch teilen.

Das Temperament deines Kindes ist kein Fehler und du kannst es nicht ändern

Manche Kinder schreien viel. Sehr viel. Ich hatte so eins. Und wie fast alle jungen Eltern, die ein Kind bekommen, das viele Emotionen sehr deutlich zeigt, habe ich mich schuldig gefühlt. Eltern die Schuld für ein temperamentvolles Kind zu geben, das ist weit verbreitet und wird oft gar nicht reflektiert. Das fängt an, wenn stillende Mütter gefragt werden, was sie gegessen haben. Dahinter steckt der Gedanke, dass bestimmte, von der Mutter zu sich genommene Lebensmittel bei gestillten Kindern Bauchweh auslösen. Dieser Zusammenhang existiert jedoch nicht in einer solchen Größenordnung, dass er relevant wäre und wirklich beachtet werden müsste. Auch stillende Mütter dürfen alles essen. Auch andere Ammenmärchen ranken sich nach wie vor um Babys, die viel schreien. Manche denken, dass diese zu oft hochgenommen werden, andere behaupten, es sei Stress in der Schwangerschaft oder ein nicht passender Alltag der frischen Eltern. Wenig verbreitet ist dagegen das Wissen, dass manche Kinder einfach so sind und dass viel Geschrei Ausdruck seines Temperaments ist, das sich nicht einfach so verändern lässt.

Ja du darfst beim Stillen aufs Handy schauen

Was habe ich mich schuldig gefühlt, in all den Momenten, in denen ich während des alltäglichen Dauernuckelns nicht verliebt mein Kind angeschaut habe, sondern meine Facebook-Timeline. Kein Wunder, jeder dritte Post etwa handelte dort davon, wie wichtig Augenkontakt mit dem Baby ist – gerade beim Stillen. Und ja – es ist wichtig, dass wir unsere Kleinen beachten und dass ihr Blick nicht immer nur ins Leere geht. Aber es ist keineswegs nötig, dass wir 24 Stunden auf Empfang sind. Und natürlich dürfen wir in Situationen wie dem Stillen eines Babys auch einfach mal an uns denken und etwas tun, was uns gut tut.

Du bist Expertin für dein Kind

Gerade beim ersten Kind neigen wir mittlerweile dazu, uns selbst wenig zu vertrauen. Da scheinen auf einmal so viele Menschen zu sein, die es besser wissen. Hebammen, Kinderärzt:innen, Außenstehende. Doch letztlich haben all diese Menschen zwar Wissen auf bestimmten Fachgebieten, aber wissen eben deshalb nicht automatisch über alles besser Bescheid als du, was dein Kind betrifft. Du kannst deinen alltäglichen Erfahrungen vertrauen und daraus ableiten, was für dich und dein Kind gerade gut ist – und was nicht.

Es ist echt total egal, wann du mit der Beikost beginnst

Ich bin mittlerweile dreifache Mutter. Ich habe drei Kinder – und drei verschiedene Beikostempfehlungen. All diese waren aber letztendlich total verzichtbar, denn diese Kinder haben sowieso angefangen zu essen, wann und wie sie es für richtig erachteten. Meine lächerlichen Versuche, einem vier Monate alten Baby Pastinakenbrei in den Mund zu schieben, hätte ich mir genauso sparen können, wie den Versuch ein zehn Monate altes Kind davon abzuhalten, sich Nürnberger Würstchen in den Mund zu stecken. Bei diesem Thema können wir gut und gern unseren Kindern vertrauen. Sie zeigen uns schon, wann sie essen wollen – und wann nicht.

Es wird viel besser, als du glaubst

Manchmal wirkt es ungeheuer kompliziert, Kinder durch die ersten Lebensjahre zu bringen. Was da alles kaputt gehen kann, wenn man es jetzt nicht richtig angeht. Und im Rückblick zeigt sich, dass wir mit der richtigen, zugewandten Haltung gar nicht so viel Schaden anrichten können. Nein, es läuft nicht alles optimal, bei dir nicht, bei mir nicht und bei keinem. Aber Bindungsaufbau ist störungsrelevant (einer der wichtigsten Sätze in meinem Buch, wie ich finde) und selbst wenn etwas nicht gleich optimal gelaufen ist, bleiben uns viele, viele weitere Lebensjahre um unsere Geschichte anders weiterzuschreiben. Wenn wir jeden Tag wieder versuchen zu geben, was wir können und unseren Fokus auf uns und die kleinen Menschen legen, die wir begleiten, wird es gut werden. Auch wenn wir das an manchen Stellen des Weges vielleicht nicht sehen können.

KategorieEltern sein

von

Eltern- und Familienberaterin, Autorin, Christin. Ehrenamtlich in der Familienarbeit meiner Gemeinde unterwegs und vor allem dreifache Mutter und Ehefrau.

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