Freitagspizza am 03. April 2020

Gerade wenn das Leben Kopf steht, ist es gut, sich auf ein paar alte Rituale und Strukturen zu besinnen. Auch hier auf dem Blog. Die Freitagspizza ist in unserer Familie so ein Ritual. Sie wurde immer mal ausgesetzt, weil ein Kind keine Pizza mochte, eins Freitagabends zum Zumba wollte und die Eltern manchmal lieber ausgehen wollten. Und doch haben wir diese Tradition nie lange losgelassen. Und an den allermeisten Freitagen landet doch wieder eine Pizza auf dem Grill oder im Ofen. Und jetzt auch mal wieder auf dem Blog.

Am Freitag schaue ich zu diesem Anlass mit euch gern zurück auf die Woche und voraus – ins Wochenende. Meine Woche war natürlich geprägt von dem, was uns alle umtreibt: Logdown, Schul- und Kitaschließung und Corona. Aber in all dem Wahnsinn gab es einige wundervolle Momente. Den neunten Geburtstag des Sandwichmädchens zum Beispiel, den wir gefeiert haben. Wenn auch ganz anders. Diesmal nicht mit voller Bude. Ohne Kindergeburtstag und Torte von Onkel und Tante. Stattdessen fanden wir Geschenke vor der Haustür, einen kleinen Überraschungskuchen von Oma und die beste Freundin auf einmal im Vorgarten. Wir bekamen rührende Videobotschaften und Briefe mit gemalten Bildern. Mama verdrückte heimlich ein paar Tränchen und das Kind feierte das Leben trotzdem, dennoch und gerade.

Apropos trotzdem, dennoch und gerade – und überhaupt Traditionen, die Halt geben. Ein weiterer schöner Moment, der die schwere Wochenlogik durchbrochen hat, war ein Zoom-Call mit meiner Freundin Veronika Smoor. Wir haben nicht nur einfach so dahin gequatscht, auch wenn wir das stundenlang hätten tun können. Wir haben es für euch aufgenommen und das ganze bildet die erste Episode meines neuen Podcasts. Wir sprechen über Hoffnung in Krisenzeiten. Und über Sauerteig, Mama sein, gärtnern und warum Perfektionismus auf den Müllhaufen gehört. Hört doch mal rein.

So ganz auf den Alltag und das häusliche zurückgeworfen sein, das birgt ganz neue Perspektiven. Und gleichzeitig bin ich gern für euch da draußen – halte Vorträge, gebe Kurse oder berate. Weil das gerade nicht wirklich möglich ist, nehme ich ab und zu einen kleinen Impuls für euch auf. Schaut doch gern am Wochenende mal auf meinem Kanal bei YouTube vorbei.

Meine Pläne fürs Wochenende sind der Situation angepasst. Viel frische Luft im Garten und vielleicht irgendwo im menschenleeren Wald. Viel wichtiger als das, was wir tun finde ich, wie wir es tun. Wir kennen es sicher alle. Diese Tage haben es in sich. Da sind Kinder, die auf wackeligem Fundament stehen und denen wir gerade wenig Konkretes sagen können. Da sind wir Erwachsenen, die sich auch Klarheit wünschen und gleichzeitig wissen, dass es die im Moment nicht geben kann. Da sind Nerven, die häufig blank liegen. Da ist Liebe – die trägt – und gleichzeitig auf die Probe gestellt wird. Um möglichst viel in der Liebe und wenig im aufgeladenen Setting zu sein, muss ich mir dieses Wochenende immer wieder vornehmen, locker zu lassen. Und gleichzeitig merke ich, dass wir in diesen Tagen Strukturen brauchen, die es zum einen möglich machen, Freiräume in der Enge zu schaffen – für jeden von uns – und die auf der anderen Seite immer wieder Verbindung ermöglichen. Verbindung für uns als Paar – die Tasse Kaffee in Ruhe, wenn die Kinder Medienzeit haben, das Gespräch am Abend, die Achtsamkeit, wenn wir miteinander reden. Verbindung für uns alle – das bedeutet, Momente zu schaffen, die für alle schön sind. Unterschiedliche Bedürfnisse einfangen und in Einklang bringen. Situationen zu schaffen, an denen alle Freude haben können.

Was sind deine Pläne fürs Wochenende?

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