WeihnachtenzwischendenJahren

Weihnachten zwischen den Jahren

Na, freut ihr euch auf den 27.12., wenn alles vorbei ist oder denkt ihr meistens schade, denn die Feiertage gehen immer viel zu schnell rum? Ich bin in letzterem Team. Aber eigentlich doch gar nicht so sehr, denn mein Weihnachten ist für mich Zwischen den Jahren noch lange nicht zu Ende. Die Weihnachtszeit geht, je nach Region, Konfession und Brauchtum, bis zum 6. Januar oder sogar bis zum 2. Februar. Und deshalb feiern wir Zwischen den Jahren auch noch Weihnachten. Eigentlich beginnt die richtig besinnliche Zeit nämlich jetzt so richtig.

Die Braten sind aufgefuttert, die Geschenke ausgepackt, die Dosen noch immer voller Plätzchen und Süßkrams. Die Verwandten sind auf dem Weg nach Hause oder wir selbst sind gerade wieder daheim angekommen. Viele Menschen haben frei, die Kinder Ferien und die Wahrscheinlichkeit auf Schnee ist zwischen Weihnachten und Silvester höher, als an Heilig Abend. Alles gute Gründe, diese Zeit zu feiern – Weihnachten zwischen den Jahren zu feiern.

Ich frage mich manchmal, wie die Zeit wohl im Stall von Bethlehem gewesen sein muss. Irgendwann sind die ganzen neugierigen Besucher verschwunden. Große Unternehmungen konnte die kleine Familie noch nicht machen, viel mehr mussten sie sich erstmal in ihrer neuen Rolle zurechtfinden. Maria hatte höchstwahrscheinlich gerade ihren Milcheinschuss, mit allem, was dazugehört. Schmerzende Brüste, Heultagen, Überforderung. Und niemand da, der ihr sagt, dass das alles normal ist und so sein darf. Doch vielleicht hat sie es instinktiv gespürt. Vielleicht hat die kleine Familie genau gewusst, was richtig ist. Vielleicht haben sie für ein paar Tage im Stall gesessen und sich in das kleine Baby verliebt, in seinen Geruch, seine immer wacher werdenden Augen, seine unterschiedlichen Arten, seine Bedürfnisse zu äußern. Sicher haben sie angefangen, ihn kennenzulernen. Wann bedeutet sein Weinen, dass er hungrig ist, wann dass er Nähe braucht und wann, das er eine frische Windel benötigt?

Ich stelle es mir ruhig vor in dieser Krippe zwischen den Jahren. Ein kurzer Moment des Friedens, bevor die jungen Eltern ihre Habseligkeiten packen und fliehen mussten. Bevor ihr Leben wieder zum undurchschaubaren Wahnsinn wurde, in dem sie nur noch auf Gott vertrauen und um ihr Leben rennen konnten.

Das ist für mich Weihnachten zwischen den Jahren. Die Ruhe zwischen zwei Stürmen. Der kurze, eingeigelte Moment zwischen den Feiertagen und dem Neuen Jahr mit all seinen Knallern, Herausforderungen und seiner neuen Hektik. Es ist für mich die Zeit, unterm Baum zu sitzen und Geschenke bewusst wahrzunehmen. Es ist die Zeit, in der die Kinder mit ihren Geschenken spielen können – ganz in Ruhe. Es ist Familienzeit – Zeit für Bedürfnisse und Wünsche. Zeit, uns ganz bewusst wahrzunehmen. Vielleicht auch die Zeit, um Freunde und Familie noch einmal außerhalb des völlig überladenen Feiertagstrubels zu treffen.

Habt ihr schon Pläne für die Zeit zwischen den Jahren? Wenn nicht, versucht doch einmal ganz bewusst, zwischen zwei Stürmen, in der Krippe zu sitzen.

Egal wie ihr es macht – ich wünsche Euch ein gesegnetes Weihnachtsfest und alles Gute für 2020. Eltern sein – Familie leben geht jetzt erstmal in die Weihnachtspause.

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