Advent_mit_Kindern

Advent mit Kindern. Was wirklich zählt

In der Bibel steht weder, feiert meinen Geburtstag mit einem rauschenden Fest, noch, dreht schon vier Wochen vorher vollkommen frei. Das, was wir im Dezember veranstalten, ist ein rein weltliches Ding. Und doch finde ich es in Ordnung. Nicht unbedingt in all der Abgedrehtheit, in der es gerade fabriziert wird. Doch mir gefällt etwas Grundsätzliches am Advent: Ich mag die Idee, dass wir uns und unsere Kinder im Namen Jesu verzaubern lassen. Das Verzaubern lassen ist so viel mehr, als die Aussicht auf die Erfüllung möglichst vieler Wünsche. Advent mit Kindern kann Teil des Grundgefühls werden, geborgen und geliebt zu sein. Dazu braucht es nicht viel. Nur ein bisschen Zeit und einen Blick auf kindliche Bedürfnisse.

Bedürfnisse von Wünschen unterscheiden

Unsere Kinder haben in den Wochen vor Weihnachten viele Wünsche. Meine kleine Tochter wünscht sich ein riesiges Einhorn, das in echt laufen kann, aber aus Stoff ist und mit ihr im Bett schläft. Die beiden Großen wünschen sich technische Geräte. Neben diesen großen Wünschen, haben sie noch jede Menge kleine, die oft im Wochentakt wechseln. Ein neues Spiel für die Konsole, die neusten Modelle aus irgendwelchen Puppenreihen, unbedingt noch 120 Paw Patrol Hunde mit den jeweiligen Fahrzeugen. Ich finde es ganz schön, jedem Kind mindestens eine Sache aus ihrer Liste auch tatsächlich zu erfüllen. Schließlich freue ich mich auch, wenn am 24.12. eins der Bücher, die ich mir schon so lange wünsche, unter Tannenbaum liegt. Und doch sind das alles erst einmal “nur” Wünsche. Wir können sie erfüllen und die Minuten der ehrlichen Freude genießen – aber wir können es auch bleiben lassen. Es wird auf Dauer nichts an der Lebenszufriedenheit unserer Kinder ändern.

Anders sieht es mit ihren Bedürfnissen aus. Neben ihren Grundbedürfnissen (Hunger, Durst, Schutz, körperliche Unversehrtheit und dieser Kram), haben unsere Kinder aus soziale Bedürfnisse, die für ihre Entwicklung wichtig sind. Sie brauchen Gesellschaft, Freunde, Liebe, Anerkennung, das Gefühl wertvoll zu sein und gesehen zu werden. Sie müssen sich entfalten und entwickeln dürfen. Doch was heißt das im Bezug auf die Gestaltung von Advent mit Kindern? Für mich bedeutet es, dass es eine gute Idee sein kann, diese Bedürfnisse in den Mittelpunkt unserer Adventszeit zu stellen, statt die Erfüllung von materiellen Wünschen.

Rituale prägen sich ein

Wenn an meine Kindheit zurückdenke, gibt es nur wenige Geschenke, an die ich mich wirklich erinnere. Aber ich weiß noch genau, wie unsere Weihnachtspyramide aussah. Ich weiß noch, wie das Glockenspiel sich angehört hat, wenn es sich angetrieben von der Wärme der Kerzen zu drehen begann. Ich erinnere mich an die Stimme meiner Mutter, wenn sie die Geschichten aus unserem Weihnachtsbuch vorlas. Ich erinnere mich an unsere Deko und wie aufgeregt ich war, wenn wir sie endlich im Haus verteilen durften. Ich rieche noch heute den Duft von frisch gebackenen Plätzchen und von ausgeblasenen Kerzen.

Jesus spiegeln

Doch was hat das alles mit Jesus zutun? Nichts, könnte man sagen. Denn in der Bibel steht nichts von alle dem. Und doch glaube ich, dass wir im Advent etwas Wesentliches von ihm spiegeln können. Es geht, indem wir uns unseren Kindern in diesen vier Wochen bewusst zuwenden. Wenn wir einen schönen Stein mit Tannengrün und Kugelrot bemalen und mit seinem Namen versehen und dann ins Seelenmosaik unserer Kinder legen, ist er da. Ich glaube, er ist immer mittendrin, wenn wir Geborgenheit schaffen. Wenn wir unseren Kindern Wertschätzung entgegen bringen, wenn wir sie sehen und ihnen zuhören. Denn genau das entspricht ihm und seinem Wesen. So viel mehr, als es fromme Erzählungen können. Advent mit Kindern kann eine Chance sein, sich bewusst Zeit für sie zu nehmen. Zauber schaffen – nicht durch die Erfüllung von Wünschen, sondern durch das bewusste, besonders intensive Befriedigen von Bedürfnissen.

Dazu braucht es gar nicht viel. Jede Teerunde, bei der wir bei Kerzenschein sitzen und Plätzchen naschen, trägt dazu bei. Jede Vorleserunde auf dem Sofa, in der wir zauberhafte Weihnachtsgeschichten zum Besten geben, ebenso. Jeder gemeinsame Bastelnachmittag und jede Minute, die wir mit ihnen am Fenster sitzen und auf Schneeflocken warten. Auch jedes ehrliche Gespräch, in dem wir uns ihre Wünsche anhören und offen dafür sind, gehört dazu. Denn auch wenn wir nicht jeden erfüllen wollen, sollten wir alle ernst nehmen. In all diesen Momenten ist Jesus dabei. Natürlich können wir das für unsere Kinder noch deutlicher machen, indem wir christliche Weihnachtslieder singen und nicht nur die, die von Weihnachtsmännern und Rentieren handeln. Und indem wir Krippenspiele besuchen, die echte Weihnachtsgeschichte lesen und andere Erzählungen hinzuziehen, die den Fokus auf den Grund für das Happening lenken.

Weniger ist mehr gerade im Advent

Ich glaube, der Zauber vom Advent mit Kindern liegt nicht so sehr in dem, was wir tun, sondern in unserer Herzenshaltung dazu. Deswegen denke ich, dass bei alle dem weniger immer mehr ist. Vielleicht habt ihr nicht die Zeit, jeden Tag ausführlich bei einer Teerunde am Tisch zu sitzen, danach noch Geschichten zu lesen und zeitvergessen aus dem Fenster zu schauen. Aber vielleicht klappt täglich oder zumindest mehrmals die Woche eins davon. Vielleicht braucht ihr noch Anregungen, wie ihr aus weniger im Advent mehr machen könnt. Dann empfehle ich euch den Blog von Veronika Smoor, die dort gerade eine Serie gestartet hat, die sich mit einfachem Advent befasst. Für Ideen zu einem nachhaltigen Advent mit Kindern empfehle ich Geborgen wachsen, die diesem Thema sowohl auf dem Blog, als auch auf Insta Raum gibt.

3 Kommentare

  1. Genau, so sehe ich das auch. weniger Termine und mehr Zeit miteinander haben wir gerade geschenkt bekommen, weil hier seit 2 Wochen alle kränkeln und immer jemand Zuhause bleibt… – aber es darf auch ohne das gehen 😅. Liebe adventliche Grüße, Johanna

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