Eltern sein – Familie leben

Sei ein Licht

Licht sein, für andere, in der Familie, für mich selbst. Das waren die Themen, die ich mir für diese Woche des bewussten novemberns vorgestellt hatte. Doch bisher wollten die Worte dafür einfach nicht in die Tasten meines Laptops fließen. Denn obwohl uns draußen gerade ein herrliches – und jahreszeitlich beunruhigend unnatürliches – Licht erhellt, ist es in mir dunkel. Es ist dunkel und ich habe das Gefühl, es fehlt mir die Kraft, das zu ändern. Geschweige denn, für jemanden anders Licht zu sein.

Zur Zeit mache ich einen Alphakurs, um mich bewusst noch einmal mit den Grundfragen meines Glaubens auseinanderzusetzen. Und so saß ich gestern mäßig motiviert in der Runde und hatte nicht einmal nachgeschaut, welches Thema eigentlich dran war. Meistens gibt uns aber das Lied, das wir am Anfang singen, einen guten Hinweis auf das, was wir im Laufe des Abends besprechen. Was wir gestern sangen, verschlug mir fast den Atem und ich hatte größte Mühe, nicht mitten in der Runde in Tränen auszubrechen.

Ich bin bei dir

Ein Lied, dass sich wie eine große Liebeserklärung Gottes an uns Menschen singt.

Ich bin bei dir, wenn die Sorge dich niederdrückt

Ich habe Gott in den letzten Tagen oft meine Sorgen und Ängste vor die Füße geknallt, habe sie zu ihm hinauf geschrien, habe ihn mit tausend Fragen gelöchert und vor allem die eine habe ich ihm immer wieder gestellt. Was willst du eigentlich von mir? Warum stellst du mich dieses Jahr immer wieder in Situationen, die eigentlich viel zu groß für mich sind? Bist du es überhaupt, der mich dort hineinstellt oder tapse ich unachtsam selbst dort hinein?

[…]Ich bin bei dir. Auch wenn du es nicht glauben kannst, auch wenn du es nicht fühlen kannst, ich bin dir nah. 

Und ich hab alles in der Hand. Kenn dein Leben sehr genau. Ich weiß um alles was du brauchst. Tag für Tag. 

Was für eine Antwort.

Das Thema des Abends war dann Gottes Führung in unserem Leben. Am Ende des Abends hatte ich keine endgültige Antwort auf die Frage, warum ich immer wieder in seltsamen Situationen bin und ob ich mir das selbst einbrocke oder ob Gott mich da haben will. Doch heute morgen ist es auch ein ganz kleines bisschen weniger wichtig. Denn das Ding ist ja, egal ob ich reinstolpere oder ob ich Gottes Wille befolge, ich muss nicht allein durch den knietiefen Sumpf gehen, in dem ich stecke, sondern jemand geht mit und hat alles in der Hand.

[…] Oh welch ein Tag, wenn die Trauer der Freude weicht und dann war, was verwirrend schien, der Weg zu mir. Dann wirst du staunend mit mir seh’n. Alles Ende und Beginn. Mir war nicht einer deiner Tage unbekannt. Und du wirst glauben und verstehen. Alles hatte seinen Sinn und ich hatte alles in der Hand.

Und warum schreibe ich das, zum Thema Licht? Ich glaube, weil es mich ein bisschen durch das Dunkel geleuchtet hat. Und weil es zeigt, dass Menschen manchmal ein Stück von Gottes Licht schenken, ohne es überhaupt zu wissen. Das Alphakurs Team hatte einfach nur einen normalen Abend vorbereitet, Lieder ausgewählt, das Programm umgesetzt und konnte nicht ahnen, dass sie dadurch für mich zum Segen werden.

Genauso kann es dir gehen. Selbst wenn du gerade keine große Idee davon hast, wie du anderen Licht schenken kannst. Vielleicht hilft dir der Gedanke, dass es manchmal die ganz gewöhnlichen, alltäglichen Dinge sind, die du sowieso tust, die das Leben anderer enorm erhellen.

In diesem Sinne. Habe eine schöne Restwoche mit St. Martin, denn der schenkte auch Licht. Und wenn du mehr zum Thema willst, empfehle ich dir meinen Podcast vom letzten Jahr, in dem ich erzähle, was wir von St. Martin lernen können.

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.