Eltern sein – Familie leben

Meran und Bozen

Ich hatte kurz überlegt, ob ich diesen Text Meran oder Bozen nennen soll. Denn zumindest in meiner Verwandschaft könnte man daraus einen kleinen Glaubenskrieg machen, in dem ich durchaus auch eine Seite beziehe (mal gucken, ob ihr aus dem Artikel rauslesen könnt, wo ich stehe). Mein Mann ist da deutlich neutraler und mag beide Städte in etwa gleich gern.

Meran ist vor allen Dingen bei denen beliebt, die es eher alpin, mit einem bisschen mediterranen Flair mögen. Bozen hingegen besticht durch das Dolomitenpanorama und ist deutlich italienischer als Meran, das mich vom Lebensgefühl her eher ein bisschen an Bayern und Österreich erinnert.

Meran

In Meran waren wir 2016. Dieses Jahr haben wir es nicht geschafft, was erstens an unserer Gammelstimmung und zweitens daran lag, dass das kleine Mädchen sich mit Städtetagen gerade eher schwer tut. Ein bisschen bedauere ich das im Nachhinein, denn in Meran gibt es viel zu sehen und wir haben längst nicht alles gemacht. Einige Emmpfehlungen habe ich aber trotzdem. Besonders schön fand ich die Laubengasse. Das ist die Hauptgeschäftsstraße von Meran und besteht, wie der Name schon vermuten lässt aus Laubengängen. Außerdem natürlich die St. Nikolauskirche. Das absolute Highlight von Meran sind die Gärten von Schloss Trautmannsdorf. In über 80 verschiedenen Gartenlandschaften gedeihen dort Pflanzen aus aller Welt, was ziemlich beeindruckend ist. An Regentagen ist darüber hinaus das Schloss sehr empfehlenswert, dort gibt es das Touriseum, ein Museum, das die Geschichte des Tourismus nachstellt und natürlich einen besonderen Schwerpunkt auf Südtirol legt. Außerdem kann man ein bisschen auf den Spuren der österreichischen Kaiserin Elisabeth wandeln, die Meran sehr gern mochte. Kinder dürfen sich im Schloss als Sissi verkleiden.

Bozen

Bozen hat, wie Meran eine lange Liste von Sehenswürdigkeiten, die wir längst nicht abgearbeitet haben. Besonders berühmt ist mittlerweile natürlich das Archäologische Museum, in dem sich die Mumie von Eismann Ötzi befindet. Unsere großen Kinder fanden die Ausstellung, die die Geschichte rund um Ötzis Fund genauso nachzeichnet, wie die Lebensweise in der beginnenden Bronzezeit, sehr spannend und wir haben uns gut zweieinhalb Stunden dort aufgehalten.

Ansonsten finde ich, das Bozen einfach dazu einlädt, sich treiben zu lassen. Kleine Gässchen mit Geschäften und Lokalen laden zum Bummeln und Kaffeetrinken ein und auch zwischen den Marktständen könnte ich Stunden verbringen. Wie schon oben erwähnt, bekommt man in Bozen zudem eine Idee davon, dass man sich geografisch gesehen bereits in Italien befindet. Das liegt zum einen daran, dass deutlich mehr italienisch gesprochen wird, als in Meran und im ganzen nördlichen Südtirol. Dazu kommt die Grundstimmung der Stadt, die ein südliches Lebensgefühl vermittelt.

Und dieser Blick in die Dolomiten ist sowieso unbezahlbar. Ich könnte mich auch sicher einen halben Tag auf den Walterplatz setzen und ihn genießen.

Bozen und Meran, wie auch immer, haben uns Erwachsene begeistert. Im Familienurlaub fallen sie jedoch eher unter die Kategorie was man trotz Kinder gesehen haben sollte – denn so ein Städteausflug ist für sie oft eher anstrengend und es bedurfte bei uns immer wieder Eis zur Bestechung, damit es einigermaßen funktionierte.

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