Eltern sein – Familie leben

Kranke Kinder gehören nach Hause!

Wer jetzt denkt, meine Überschrift würde nicht mehr als eine absolute Selbstverständlichkeit aussagen, der wohnt wahrscheinlich nicht in meinem Heimatort – und ehrlicherweise wohl nicht einmal in Deutschland. Denn nicht nur der Gemeindeverwaltung meines Ortes fällt jedes Jahr aufs Neue auf, dass Eltern dieses elementare Basiswissen offenbar nicht mehr in Gänze in sich tragen, auch die überregionale Tagespresse berichtet immer mal wieder über diesen Umstand.

Mit Fiebersaft in die Kita

Was da beschrieben wird, klingt so unglaublich, dass man es für einen maßlos überzeichneten Roman über das Aufwachsen im sozialen Brennpunkt halten könnte. Kinder, die nachts gebrochen haben, bekommen morgens etwas, was den Brechreiz für einige Zeit unterdrückt, sodass sie als vermeintlich gesund in die Kita gehen können. Haben sie beim Aufwachen Fieber, gibt es auch dagegen Saft, denn ein bereits an der Tür der Einrichtung glühendes Kind würde von den Erzieherinnen schließlich sofort zurück geschickt. Fliegt der Schwindel einige Stunden später schließlich auf, weil Säfte und Pillen nicht mehr wirken und das Kind fiebrig auf dem Sofa liegt oder die Bauecke vollgekotzt hat, kommt es nicht selten vor, dass die Eltern zufällig gerade im Funkloch stecken – und somit der kranke Nachwuchs den Rest des Tages in der Einrichtung verbringen muss. Dass, ihr Lieben, ist leider keine Erzählung aus einem berühmt-berüchtigten Stadtteil, sondern mehr und mehr Normalität in den Kitas der deutschen Mittelschicht.

Kranke Kinder brauchen Bindungspersonen

Für mich ist der Umstand, dass berufstätige Eltern heute so unter Druck stehen, dass sie auf solche Ideen kommen, der traurigste Entwicklungsschritt unserer sogenannten Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Schließen wir doch bitte einmal kurz die Augen und überlegen uns, was wir uns wünschen, wenn wir krank sind. Ihr habt ja auf Facebook und hier fleißig meinen Hühnersuppen-Beitrag geliked – und genau darum geht es auch jetzt – wir brauchen Liebe. Liebe ist die beste Apotheke, ganz egal, ob sie in Form von Hühnersuppe daherkommt, als vorgelesenes Märchenbuch oder einfach nur durch Streicheleinheiten ausgedrückt wird – sie hilft uns. Auch wir Erwachsenen freuen uns, wenn ein geliebter Mensch bei uns ist, wenn es uns nicht gut geht. Wenn der Mann sich einfach ein halbes Stündchen neben uns ins Bett legt, die Mama zu Besuch kommt und Essen kocht und uns übers Haar streichelt oder die beste Freundin eine Tafel Schokolade vor die Tür stellt, fühlen wir uns gleich besser. Wie viel mehr brauchen kleine Kinder die Zuwendung ihrer Eltern, wenn sie krank sind? Kinder können, anders als wir, oft gar nicht einschätzen, warum sie sich auf einmal nicht wohl fühlen. Sie bemerken nur, dass ihnen etwas weh tut, sie plötzlich müde sind, um sie rum auf einmal alles zu laut ist oder sie ganz dolle frieren. Das kann verwirrend sein und beunruhigend – und genau in diesen Situationen brauchen sie uns – ihre primären Bezugspersonen. Kinder brauchen ihren sicheren Hafen, wenn sie nicht fit sind. Sie müssen gerade in diesen schwachen Momenten das besondere Gefühl der Geborgenheit haben. Bekommen sie unsere bedingungslose Liebe und unsere uneingeschränkte Zuwendung in diesen Augenblicken, wächst ihr Vertrauen in uns, in ihr Zuhause, in die Welt als guten Ort. Sie fühlen sich nicht nur körperlich gestärkt, sondern auch seelisch. Verwehren wir ihnen diese Begleitung, wenn sie krank sind, droht das Gegenteil. Kinder lernen, dass sie in schwierigen Situationen nicht gehalten werden, mehr noch, dass ihre Bedürfnisse nicht wertgeschätzt werden, dass sie in ihren Nöten nicht gesehen werden

Wenn Kinder nicht mehr krank sein dürfen

Doch nicht nur Bindung und Urvertrauen sind gefährdet, wenn wir unsere kranken Kinder trotzdem in Einrichtungen schicken, es ist auf ein fatales Zeichen. Unsere Kinder lernen sowieso schon sehr früh, dass es vor allen Dingen darauf ankommt, dass sie in unserer Gesellschaft “funktionieren”. Leistungsorientierung spielt immer früher eine immer größere Rolle. Wir, eine Generation von Erwachsenen, die in den besten Lebensjahren oft von starken Stresssymptomen geplagt wird und die verlernt hat, auf den eigenen Körper zu achten und zu hören, wir bringen genau das nun auch schon unseren Allerkleinsten bei. Wenn Kinder mitbekommen, dass sie für Eltern ein “Problem” sind, wenn es ihnen nicht gut geht und sie ihren Alltag leben sollen, als seien sie nicht krank, dann verlernen auch sie, ihren Körper ernst zu nehmen und gut für sich zu sorgen.

Das Kind darf nicht in den Wald

Doch nicht nur die Eltern, die sich bereits von der nötigen Fürsorge verabschiedet haben, sind darauf aus, dass die Kinder nicht mehr krank werden, sondern auch die, die zähneknirschend jeden Infekt daheim aussitzen und ihre Krankentage damit strapazieren. So erzählte mir kürzlich eine befreundete Erzieherin, dass es immer wieder vorkäme, dass Eltern gegen den monatlich stattfindenden Waldtag protestieren, weil es nach deren Meinung zu nass oder zu kalt sei. Die Eltern versuchen so, ihre Kinder vor möglichen Krankheitsgefahren zu schützen – und nehmen ihnen damit so viel. Denn ein Tag im Wald ist für Kinder selbst bei nassem und feuchtem Wetter nicht gefährlicher, als ein Tag in einer Einrichtung, die gerade im Herbst und Winter sowieso voller Viren und Bakterien ist. Im Gegenteil, die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft und die Erfahrung unterschiedlicher klimatischer Bedingungen stärkt das Immunsystem sogar.
Aber auch der Grundgedanke, der dahintersteckt ist der Gesundheit unserer Kinder nicht unbedingt förderlich: Denn auch wenn es für uns Eltern nervig ist, unsere Kinder brauchen ihre Infekte. Das Immunsystem eines Kindes ist nicht ausgereift, wenn es zur Welt kommt. Am Anfang schützt es eine Art Nestschutz, den wir vorgeburtlich für das Baby anlegen und das ist auch gut so, denn die Kleinen sind mit den neuen Erfahrungen dieser Welt so beschäftigt, dass sie nicht unbedingt durch Krankheiten abgelenkt werden wollen. Doch spätestens ab dem Ende der Zeit, in der das Baby voll gestillt wird, will das Immunsystem trainieren. Es braucht den Umgang mit verschiedenen Erregern, um zu wachsen. Kurz gesagt – unsere Kinder brauchen ihre Infekte und zwar eine ganze Menge davon. 30 bis 60 Infekte in den ersten sechs Lebensjahren sind vollkommen normal und sogar nützlich. Infektvermeidung um jeden Preis sollte also gar nicht unser Ziel sein. Zumal gerade die Kleinen ja auch nach einem oder zwei Fiebertagen oft tatsächlich schon wieder fit sind.

Keine milde Pointe

Und nun sollte ich den Artikel wohl mit einem Absatz schließen, der bei dieser erschreckend hohen Anzahl an Infekten Verständnis für die Sorgen der berufstätigen Eltern äußert – denn schließlich reichen mickrige 10 Krankentage pro Elternteil nicht aus, wenn ein Kind wirklich 6-10 Mal im Jahr auf der Nase liegt. Nun ja, ich sage es mal mit Sarah Lesch und einer Strophe aus ihrem wunderbaren Song Testament:

Und jetzt wartet nicht auf ein versöhnliches Ende
Den Gefallen tu ich euch nicht
Kein Augenzwinkern, keine milde Pointe,
Die das Unwohlsein wieder bricht

Im Gegenteil, ich glaube, dass uns solche erschreckenden Berichte mal aufhorchen lassen sollten und dass wir endlich einmal kurz innehalten müssen und schauen, was uns da in Wirklichkeit vorgesetzt wird, wenn es um Vereinbarkeit von Beruf und Familie geht. Andere Konzepte als die, die derzeit bestehen, sind dringend nötig – für unser aller Wohlbefinden.

148 Kommentare

    1. Ich habe in Luxemburg sogar nur 2 Tage pro Kind im Jahr… Da brauch man einen guten Hausarzt der einen selber krank schreibt.. Aber muss das echt sein? Das System muss sich ändern

      1. Ich bin alleinerziehend und darf in meiner Ausbildung nur 30 tage in den 3 Jahren krank sein… sonst war es das mit einer abgeschlossenen Ausbildung ?

        1. Ernsthaft? Das ist ja unglaublich. Wie sollst du das als alleinerziehende Mutter denn schaffen? Das ist ja als Single schon gar nicht so einfach, nicht auf diese Tage zu kommen. Das tut mir echt leid, dass du in so einer Lage bist. Viel Kraft und gute Unterstützung.

      1. Ich hab in BW 7 Tage pro Kind. Der Hammer ist aber, dass mein Mann seine 10 Tage nicht bekommt, weil die Kinder über mich privat versichert sein müssen, da ich mehr verdiene und dann keine Kasse den Krankheitstag zahlt.

      2. Ich bin auch Beamtin und habe nur 4 Tage! Und mein Mann GAR KEINE, weil das Kind nicht über ihn versichert ist, sondern über mich! Das ist unglaublich…

      3. Nicht ganz richtig, Beamte haben offiziell zwar nur 4, da sie Arbeitnehmern in vergleichbarer Position jedoch nicht schlechter gestellt sein dürfen sind es dann doch wieder 10. Gibt ein Gerichtsurteil dazu, einfach mal googeln. LG

      4. 4 Tage muss der Arbeitgeber nach SurlV geben und 4 können gegeben werden nach SGB wobei es kaum Bereiche bei Beamten gibt, die das verwehren weil sie wissen, dass die Mehrheit bei Ablehnung nen gelben Schein einreicht. Im Gegensatz zur freien Wirtschaft bekommen Beamten für die 8 zustehenden Tage volles Gehalt und müssen nicht bei der Krankenkasse einreichen. Über SurlV gibt es sogar noch Sonderregelungen, bei denen man zusätzlich Tage bekommen kann.

    2. Alleinerziehende haben 20 Tage pro Kind höchstens jedoch 50 falls mehr als 2 Kinder normal ist beide Eltern je 10 Tage. Ein Elternteil kann drauf verzichten aber das machen die Firmen nicht mit… Also bleibt in der Ehe jeder 10 Tage bis 50 Tage bei mehr als 2 Kinder. Bei schwerbehinderten Kindern sieht es nochmal anders aus

  1. Ich habe zwei Söhne, die beide noch in die Kita gehen. Wenn sie kein Fieber haben und es ihnen gut geht, gehen sie natürlich, aber es ist auch schon vorgekommen, dass ich mitten in der Innenstadt (mit der Bahn 20 Minuten weg + 10 Minuten Fußweg) angerufen wurde, weil es dem Großen nicht gut ging. Wir sind sofort losgefahren und haben ihn abgeholt, seinen kleinen Bruder dann auch, weil der allein nicht bleiben wollte.
    Sobald meine Kinder nur erhöhte Temperatur haben, lassen wir sie zu Hause – wir haben das Glück selbstständig zu sein und unsere Arbeitszeit frei einteilen zu können. Ich sehe es jeden Tag, wie schniefende oder fiebrige Kinder von ihren Eltern in die Kita gebracht werden, das ganz ohne schlechtes Gewissen und nachmittags kommt eben vor, was Du in deinem Artikel beschrieben hast, die Kinder wurden nicht früher abgeholt, sondern dort gelassen und ein paar Tage später war die halbe Gruppe an jenem Infekt, den die anderen Kinder eingeschleppt hatten, erkrankt und zu Hause.

    1. Hallo Silke. Ich finde einen Schnupfen auch nicht so dramatisch. Solange das Kind fit ist und nicht gerade in grünem Schmodder ertrinkt, passt das, denke ich, da gehen meine auch. Aber wie du, sehe auch ich ganz andere Geschichten.

      1. Leider stecken die kranken Kinder auch immer wieder die Erzieher an, die sich dann halbtot in die Kita schleppen oder abwechselnd ausfallen. Was der Qualität der Betreuung absolut nicht zuträglich ist.
        Für ein krankes Kind ist ein Tag in der KITA Stress pur und eine absolute Zumutung. Denn den Erziehern ist es meist nicht möglich die Kinder so fürsorglich zu betreuen wie sie es so dringend bräuchten.

        1. Ich bin angehende Erzieherin.
          Ich verstehe die Eltern, aber leider ist die Kita (egal in welchen Alter), der Falsche Platz zum Gesund werden.
          Dieses Thema ist bei uns ständig präsent. Ich habe mich schon mit vielen Eltern jeglichen Wohnort unterhalten. In München, fehlen oft die Großeltern, da es hier auf dem Land noch gibt. Deshalb finde ich es wichtig, das auch die Eltern ihre Kinder ohne schlechtem Gewissen zuhause lassen können, die keine familiärere Unterstützung haben, finde es sollte keine Max. Anzahl an Tage geben, es sucht sich das Kind und die Eltern nicht aus. Auch unbezahlter Urlaub oder generell Urlaub her nehmen zu müssen finde ich eine Frechheit, man arbeitet so schon viel und im Alltag geht die Familienzeit unter, möchte man sie doch wenigstens in seinem Urlaub ausnutzen können. Da muss sich echt schnellstmöglich etwas ändern.

          1. Ja, da gebe ich dir völlig recht. Diese Regelung ist ein Unding und geht total an der Realität vorbei.

      1. Lieber Carsten, genau so sehe ich das auch! Schniefen tun die Kinder nun einmal öfter und zwar aus unterschiedlichen Gründen. Das finde ich völlig in Ordnung. Aber richtig kranke Kinder gehören wirklich einfach nicht in eine Einrichtung. Ich denke, die Abgrenzung ist da wichtig.

    1. Genau meine Erfahrung als Vorschullehrerin in Luxemburg.
      Dazu kommt noch, dass die lieben kleinen Kranken ihre Viren munter durch die ganze Einrichtung verteilen, und so ihre Kollegen anstecken. Ausser gemeinsamem Gejammer ist an Aktivitäten nicht mehr zu denken…
      DANN JEDOCH folgt der Widerstand der Eltern, und die Frage warum ihr Kind denn nichts gemacht hat… (hat es wohl: es hat versucht seinem Unwohlsein Ausdruck zu verleihen!)
      Und WEHE die Lehrerin steckt sich an und fällt schließlich mit einem wilden Mix an fiebrigen Infekten und einer Lungenentzündung ganze 3 Tage aus: ‘IMMER sind Sie krank!!’
      Nein es macht wirklich keine Freude unter diesen Bedingungen zu arbeiten!!! ?

  2. Ich finde es auch sehr schade und fatal, dass es heutzutage nicht mehr auszureichen scheint, wenn nur der Mann arbeiten, bzw nur ein Partner arbeiten geht.
    Denn durch diesen gesellschaftlichen Zwang, adds Frau möglichst früh wieder arbeiten zu gehen, entsteht doch diese Spirale.
    Und das schlimmste ist, dies hat auch Auswirkungen auf Mütter, die ihr kind gerne lange selber betreuen wollen. So wurde nur z.b. bei der kindergartenanmeldung gesagt, mit zwei Jahren würd ich einen platz bekommen, mit drei schon nicht mehr, denn die ganzen Plätze sind dann schon wiederum von den jüngeren Kindern belegt.
    Ist doch Wahnsinn oder?
    So muss ich mein kind mit zwei in den kiga geben, dankt es überhaupt erinnern Platz bekommt, obwohl ich es gerne bis drei z Hause lassen möchte.

    1. Ja das ist wirklich ein schwieriges Thema,wo wir uns im Kiga auch aergern.Auf der anderen Seite waere es auch doof,wenn die Krippenkinder die Einrichtung wechseln muessten,wo sie vielleicht schon 2 Jahre waren.

  3. Bei meinen Kindern war es auch so im Kindergarten, jetzt gehen beide in die Oberstufe, aber auch in ihren Klassen kommt es immer wieder vor, dass Schüler mit Fieber oder wie jetzt erst wieder mit Magen/Darmgrippe in die Schule kommen und dann nach ein paar Tagen sind kaum gesunde Schüler mehr in der Klasse.

    1. Das ist ja genau das Problem. Es trägt sich weiter. So manche Epidemie wäre vermeidbar, wenn sich die Betroffenen mal ordentlich auskurieren würden. Das ist leider auch unter Erwachsenen ein Problem. Als Held gilt der, der sich am frühsten wieder zur Arbeit schleppt.

      1. …so sieht’s leider aus… Viele Eltern bzw. Erwachsene leben diesen Wahnsinn ja selbst… Wer sich auskuriert, wird schief angesehen. Wer sich krank zur Arbeit schleppt und andere ansteckt, wird dafür noch gelobt. Verrückte Welt!

  4. danke für diesen beitrag. ich bin selbst erzieherin und haben den fieberzäpfchenfall zu oft erlebt. die eltern bedenken leider oft nicht, dass sie damit auch die erzieher anstecken und diese dann ausfallen (wenn die erzieher selbst noch kinder haben, geht der staffellauf der viren noch weiter). personalmangel ist die folge und die folge davon ist notbetreuung, dessen folge unzufriedenheit der eltern ist. und ja, die kinder brauchen mama und papa, wenn es ihnen nicht gut geht. ich habe einmal ein kind (3 1/2) mit 40 fieber über eine stunde im tuch getragen, bis die eltern die kleine abgeholt haben. anders ging es nicht, sie hat bitterlich geweint und sich erst bei permanenten körperkontakt beruhigt. da ich aber noch andere kinder zu versorgen hatte, blieb nur die tragetuchlösung. 10 tage sind defintiv zu wenig. da muss sich was ändern.

  5. Auch wenn es vielleicht nicht viele betrifft, aber:
    Krankentage, bezahlt freigestellt gibt es

    – 10 Tage je Elternteil für Kind 1 und 2
    – 5 Tage je Elternteil für Kind 3
    – 0 Tage je Elternteil für Kind 4 – x

    Denn die werden ja sowieso alle gleichzeitig krank! (O-Ton Krankenkasse). Das finde ich persönlich auch unmöglich.

  6. Hallo,
    das ganz tolle ist… Ich bin voraussichtlich für mindestens 2 Jahre berentet. Ich lasse meinen Sohn zu Hause, sobald er eitrigen Auswurf hat.
    Und jetzt der Kracher: Ich soll mein Kind nicht bei jedem “hüsterchen und nieserchen” zu Hause lassen. Er käme ja nicht wirklich in der Gruppe an und würde ja soviel verpassen… ??
    Dazu sei gesagt: Er hatte im Dezember eine so extreme Bronchitis bis fast zur Lungenentzündung und ist deswegen erst wieder in der zweiten Januarwoche im KiGa gewesen (Kiga Ferien vom 24.12 bis 2.1.17). Ich werde hier für bescheuert gehalten, wenn mein Kind nicht krank im Kiga landet.
    Ausserdem haben wir zum Glück keine Kiga Pflicht… Meiner darf durchaus zu Hause bleiben wenn er keine Lust hat.

    1. Das ist wirklich interessant. Eigentlich dachte ich, dass Erzieherinnen eher froh sind, wenn Kinder sich daheim auskurieren. Ich finde es richtig, so wie du es machst. Liebe Grüße

    2. Bei uns wird an derTür extra darauf hingewiesen, dass kranke Kinder NICHT in den Kindergarten gehören… Unser Jüngster war seit Oktober bis jetzt praktisch bei jedem Infekt dabei, hatte Anfang des Jahres eine schwere Lungenentzündung. Natürlich ist es schade für ihn, nicht zu seinen Freunden zu können, aber seine Gesundheit und auch die der anderen Kinder und Erzieherinnen geht nun mal vor.

      1. So machen wir das auch, liebe Evi und es ist das Richtige! Als unsere Mittlere ihren ersten Kita Herbst und Winter hatte, waren mein Mann und ich von Oktober bis Februar fast im Wochentakt ein bis zwei Tage daheim mit krankem Kind. Das ist ätzend, aber passiert nun einmal, wenn die Kleinen in diese neue Umgebung kommen.

    3. … sprach die Hausfrau, die es nicht nötig hat zu arbeiten ? . Kann er später auch von der Schule zuhause bleiben, wenn er keine Lust hat?

  7. Ein umdenken bei den Arbeitgebern gehört aber definitiv auch dazu. Ich selbst bin mit einer Erkältung beim jetzigen Job immer zur Arbeit gekommen. War aber nie so schlimm, dass man dafür zu hause bleiben musste. Meist werde ich auch immer Am Do. Oder Fr.krank dann ist d Woche eh so gut wie rum. Beachte dann auch alle Hygiene Maßnahmen (nicht in d Hand husten, keine Hände schütteln etc.). Mein Kind ist zum Glück sehr selten krank, als es aber letztens das erste mal richtig schlimm Magen-Darm hatte m Fieber, bin ich zu hause geblieben. Prompt drohte man mir mit einer Kündigung wenn ich am nächsten Tag nicht zur Arbeit komme!!! Bin zu hause geblieben u musste meinem Chef erstmal erklären, dass er das doch garnicht bezahlen muss. Kranke Welt, als Mütter sind wir zum Teil echt mies dran…

  8. Ich habe 20 Jahre lang gearbeitet und dann mein 1. Kind bekommen. Er ging mit 1 Jahr in die Kita, da ich mich nochmal auf die Schulbank gesetzt habe um eine 2 jährige Umschulung zu absolvieren. danach hatte ich das große Glück einen Job zu finden! Seien wir doch mal ganz ehrlich ich würde alles für mein Kind tun aber ich kann es mir einfach nicht leisten permanent und ständig bei jedem Schnupfen zu Hause zu bleiben …. wir reden hier nicht von 40 grad Fieber oder permanenten Durchfall, aber du wirst als Mutter doch quasi gezwungen dein Kind in die Kita verschicken weil du einfach Angst um deinen Job haben musst ….. zum Glück habe ich einen Mann der mich unterstützt und wir uns die Krankheitstage teilen können ….selbst das Arbeitsamt streicht einem rigeros Arbeitslosengeld wenn man über die zehn Tage Kindkrank,die einem zu stehen, kommt 🙁
    Von kinderfreundlicher Arbeitswelt kann heutzutage keine Rede mehr sein

    1. Nein, unsere Arbeitswelt ist definitiv nicht kinderfreundlich, leider.
      Mit Schnupfen gehen meine Kinder übrigens auch in die Kita. Hier geht es ja wirklich eher um richtige Infekte.

    2. Endlich mal jemand der es auf den Punkt bringt!
      Wir haben einfach schiss um unsere Jobs!
      Ich habe 3 Kinder im Alter von 4,5 und 10 Jahren und ich habe Chance einen Teilzeit Job zu bekommen weil es jeden Arbeitgeber abschreckt wenn sie hören das man so viele Kinder hat !
      Mein Mann ist Gott sei dank in einer Firma die unglaubliche Verständnisvoll ist !
      Bei mir ist es eher ein Problem da ich an manchen Tagen auf 2 Arbeitsplätzen rumturnen muss um uns über die Runden zu bringen! Wenn es aber möglich ist teilen wir uns die kk Tage rein!

  9. Als Alleinerziehende hat man ja die Tage beider Elternteile zu “Verfügung”. Bringt nur nichts, wenn die finanziellen Einbußen derart enorm sind, man die Tage komplett ausreizen muss, weil das Kind besonders anfällig ist und man selbst, nachdem das Kind endlich wieder gesund in den Kindergarten geht, die gleiche Erkrankung auch nochmal bekommt.
    Jobs hab ich immer nur ca. 1 – 1,5 Jahre, weil ich aufgrund der vielen Fehlzeiten immer wieder gekündigt werde. Natürlich nicht offiziell…

    1. Hey. Das finde ich furchtbar. Gerade als Alleinerziehende solltest du unter einem besonderen Schutz stehen und Arbeitgebern sollte klar sein, dass diese Phase eine vergleichsweise kurze in deiner Erwerbsbiografie ist und dass du bald nicht mehr so intensiv gebraucht wirst. Danach hätte jeder Arbeitgeber in dir wahrscheinlich eine dankbare und loyale Mitarbeiterin ohne große Ausfallzeiten. Aber weiterdenken scheint aus der Mode gekommen zu sein.

      1. Mein 5jähriger Sohn benötigt für die KitaZeit eine Begleitung durch einen Pflegedienst. Die Krankenschwestern bringen also ihre Kinder in die Kita, um dann meines zu betreuen. Ich selbst kann die Betreuung nicht übernehmen, weil mir das ja niemand bezahlt, jedenfalls nicht ausreichend (Stichwort Betreuungsgeld).
        Wenn die Krankenschwestern, oder deren Kinder krank sind und der Pflegedienst keinen Ersatz schicken kann, muss ich mit meinem Sohn zu Hause bleiben. Theoretisch auf eigene Kosten, zum Glück haben wir einen sehr lieben Kinderarzt, der dann mit KindKrankSchein aushilft.
        Vorteil der ganzen Geschichte ist vielleicht, dass ich arbeiten gehen kann, wenn mein Kind krank ist, weil er dann vom Pflegedienst zu Hause betreut wird, allerdings ist das seltener der Fall.
        Jedenfalls wäre es einfacher, wenn die Krankenkasse einfach direkt mich bezahlen würde, das ist jedoch so nicht vorgesehen, dann lieber über Umwege…

  10. Ich hatte 20 Tage zugesprochen bekommen weil der Vater im präkeren Arbeitsverhältnis steht. Daraufhin hat die Behörde wo ich als Angestellte arbeite bei der Krankenkasse angerufen und sich beschwert darüber. Ging auch immer so weiter, die Kasse wollte schon den Arbeitgeber wegen Datenschutz und Verdacht auf Mobbing anzeigen. Und das war nur ein Part der Geschichte dort. Überall hängen da tolle Plakate wegen “kinderfreundlich” usw. Haben sogar nen Siegel, alles Fake. Nach 15 von 20 Tagen hieß es schon wozu man mich hätte, wäre ja nutzlos. Machen aber dicke Werbung das sie Tag 21 bis 24 als Firma zahlen. Harharhar kein Problem wenn man schon vorher weggemobbt wird 😉

    1. Puh – das klingt unglaublich. Was für ein unmöglicher Umgang mit Eltern. Diese Zertifikate sind meistens die Tinte nicht wert, auf denen sie gedruckt wurden. Leider! Hast du inzwischen einen besseren Arbeitgeber gefunden?

  11. Als Lehrerin kann ich sagen, in den Grundschulen geht es häufig auch so. Die Kinder erzählen dann freudig bei der Frühstückspause, dass sie nichts essen sollen, weil sie heute Nacht gebrochen haben. Ich habe das Glück, dass ich großartige Großeltern für meinen Sohn habe und einen Mann, der selbstständig ist. Falls er mal krank ist, springen diese Familienmitglieder ein. Aber wie machen es Alleinerziehende oder Eltern, die nicht so ein tolles Familiennetzwerk haben?

    1. Ich glaube, ohne Netzwerk ist es in der Tat unglaublich schwer, Kristin. Deshalb hoffe ich, dass sich an dieser Stelle gesellschaftlich was tut und sich wieder mehr “Clans”, wenn nicht aus Familienmitgliedern, dann vielleicht aus Nachbarn oder Freunden, bilden.

    2. Ich finde die Entwicklung, das Eltern keine Zeit mehr für Kinder haben, sehr schade. Ist es wirklich das “wahre” Model von Familienleben das wir als Gesellschaft anstreben? Das Eltern den ganzen Tag weg sind und die Kinder fremd betreut werden? Nur noch die Abende und Wochenenden gemeinsam verbringen? Kinder groß ziehen und Familie managen sind keine einfache Nebenbeschäftigungen. Und in den meisten Fällen stehen doch die Frauen in dieser Doppelbelastung. Dies wird gesellschaftlich und politisch nicht gewürdigt. Wie ja auch schon vielfach beschrieben worden ist, ist es oft ein Spagat seiner Arbeit gerecht zu werden und den Kindern und der Familie auch.
      Ein gutes Netzwerk mit Großeltern und Verwandten ist da hilfreich aber immer häufiger ist es doch das junge Familien alleine dastehen. Das immer mehr Männer Familienzeit nehmen ist eine gute Entwicklung.
      Mir würde eine Pinwand gefallen mit vielen Utopien wie sich jeder eine optimale Lebensform mit Kindern, Familie und Arbeit vorstellen kann.

  12. Der Artikel ist echt gut. Ich bemerke es in der Kita auch immer wieder und bin in solchen Momenten unglaublich dankbar für meinen Job. Ich habe das große Glück aus dem Homeoffice zu arbeiten. Auch wenn es manchmal sehr anstrengend ist und ich viele Zugeständnisse machen muss weiß ich doch das wenn unser Sohn krank ist ich für ihn da sein kann. Ich arbeite dann wenn er schläft oder Abends wenn mein Mann zuhause ist. Der Job ist was Familie angeht ein 6 im Lotto.

  13. Das ist wirklich ein toller Artikel und sehr gut geschrieben. Ich selbst bin alleinerziehende Mutter und habe leider ein Kind mit Migräne mit Übelkeit und Erbrechen also wirklich das volle Programm, aber ich habekomme auch das Glück das meine Chefs und auch die Kolleginnen mich gleich gehen lassen wenn es während der Schulzeit begint. Wenn es schon vor der Schule anfängt habe ich zum Glück Omas und Opas die dann einspringen. Ist mein Sohn allerdings richtig krank, dann bleibe ich auch zu Hause um für ihn da zu sein, weil dann braucht er seine Mama wirklich. Nicht das er sie im Migräneanfall nicht braucht, aber da sagt er ist es für ihn nicht ganz so schlimm.

    1. Oh je. Migräne ist aber auch fies, besonders bei Kindern. Alles Gute, dass es sich vielleicht noch verwächst.
      Ansonsten- toll. So ein super Netzwerk + verständnisvolle Arbeitgeber, das müsste es viel öfter geben.

  14. Hallo Ihr alle.
    Natürlich. Jeder von euch hat recht. Aber ist es bei vielen Doppelverdienern nicht auch der Wunsch nach MEHR und NOCH MEHR, der die Mütter arbeiten lässt? Oder die Selbstverwirklichung und der Egoismus der Mütter? Ihr alle hier seid echte Mütter, Mütter die besorgt sind. Aber es gibt dummerweise auch andere. Und die werden immer mehr.
    Mütter, die wirklich lieber arbeiten und dann teure Urlaube mit Kinderanimation veranstalten, als sich um ihre Kinder zu kümmern. Ich finde diese Entwicklung sehr sehr schlimm

    1. Liebe Hilke, ich habe in den letzten zwei Tagen unglaublich viele Zuschriften bekommen und ich habe den Verdacht, das die meisten Eltern wirklich aus der Not heraus handeln. Ich möchte nicht bestreiten, dass es vereinzelt auch die von dir beschriebenen Fälle gibt, wobei man natürlich auch da dahinter schauen muss, oft steckt viel mehr als bloßer Egoismus hinter solchen Fällen, wie du sie schilderst. Oft sind das Mamas, die selbst nie viel Liebe und Zuwendung erfahren haben und deshalb gar nicht wissen, wie man so etwas weitergeben kann. Ich finde es ganz schwierig. Aber im Grunde ist es immer gleich – die Kinder leiden und das darf nicht sein!

      1. Ich habe mich ja nun echt zurück gehalten, aber nun kann ich es nicht mehr. Ich denke wirklich das viele der Meinung sind das sie aus finanzieller not handeln es aber eigentlich gar nicht der Wahrheit entspricht. Denn die not ist für viele ich muss ja trotzdem super tolle teure Autos haben jedes jahr in den Urlaub fliegen super chice Klamotten tragen und so weiter und so fort. Ich denke das Problem ist das Eltern heute so spät Eltern werden und den LebensStandart den sie vorher hatten in keinsterweise einschränken wollen mit Kind. Ich bin selber alleinerziehend mit halbtagsstelle. Ich verdiene als spa nun wirklich keine Reichtümer aber es reicht zum leben und ja auch ich kann mir mal was leisten. Wenn man sich mal ausrechnet was man verdient und davon die Kitagebühren abzieht zb bei zwei Kindern da bleibt kaum was über wenn man noch das Auto dazurechnet mit dem man zur Arbeit kommen muss und das ja auch unterhalten werden muss. Ich denke für viele ist es eher der Egoismus der für sich was erleben will und sich was leisten will. Kinder stehen doch bei vielen schon lange nicht mehr an erster Stelle sondern nur sie selber. Und ich kenne beide Seiten ich erlebe es täglich auf der Arbeit wie die kleinen krank zur Kita geschickt werden. Also ich habe es von meinem Arbeitgeber noch nie gehört das ich gekündigt werden soll weil ich zu oft fehle und dabei sind mein Sohn und ich echt häufig krank. Ich glaube von vielen ist es auch nur eine ausrede um ihr Kind abschieben zu können.

        1. Mir geht es ganz ähnlich…
          Mein Sohn wird demnächst ein Jahr und in meiner Krabbelgruppe bin ich die einzige, die jetzt nicht wieder arbeiten geht. Den meisten anderen Mütter fällt es echt schwer, ihre Kleinen in die Krippe zu geben, aber sie meinen, dass sie es sich anders nicht leisten können. Ich muss ehrlich sagen, ich hab dann immer einen dicken Kloß im Hals, denn die meisten von ihnen stehen finanziell (zum Teil deutlich) besser da als wir. Die materiellen Ansprüche und auch das Sicherheitsdenken (Versicherungen etc, und ja, auch die Rente!) sind in Deutschland SO hoch, und es wird ganz selbstverständlich angenommen, dass das alles gute und gewichtigere Gründe sind als die Erziehung und Betreuung der Kinder.

          1. Ja, da hast du recht. Das ist etwas, was ich in Diskussionen auch immer wieder entgegen gehalten bekomme. – Aber die Rente! Aber wenn ihr euch trennt! Aber wenn dein Mann aus irgendeinem Grund nicht mehr arbeiten kann usw. Ich denke mir allerdings, dass man nicht immer alles absichern kann und selbst wenn man glaubt, man wäre gut abgesichert, tun sich andere Bereiche auf. Ich vertraue lieber auf Gott, in das Leben und in meine Stärke, auch solche Situationen meistern zu können, wenn sie denn kommen.

      2. Hallo Zusammen,
        Ich habe das Glück nicht unbedingt arbeiten zu MÜSSEN, aber ich gehe trotzdem (Teilzeit) Und das einfach nur aus folgendem Grund: wenn meinem Mann mal was passieren sollte und ich aus meinem Beruf zu lange raus bin habe ich keine Chance jemals wieder voll einzusteigen. So kann ich im Notfall (was hoffentlich nie eintrifft) wieder voll arbeiten und unsere Familie wäre abgesichert und ich brauch dann nachher nicht rumjammern weil alles so schlimm ist… ABER wenn meine Kinder krank sind bleibe ich auch zuhause oder Oma und Opa schauen nach ihnen.

  15. …als es auf der Arbeit um die jährliche Leistungsbewertung ging, musste ich mir bezüglich der Quantität meiner Arbeit anhören: “Ich kann ihnen leider nur 3 von 5 Punkten geben. Wenn man nur Teilzeit arbeitet, dann auch noch selbst mal krank ist und auch noch für die kranken Kinder zu Hause bleibt, dann schafft man halt nicht so viel.”
    Da fehlten mir einfach die Worte…

  16. Bei uns in der Kita ist es auch so. Zum Teil Alleinerziehende, die um ihren Job bangen, aber auch Hausfrauen, die ihr Zumba nicht ausfallen lassen wollen 😮 Da wird mir echt schlecht! Was diese Eltern auch nicht bedenken, ist das ihr Kind neben anderen Kindern auch die Erzieher anstecken kann und dann sitzen 25 Eltern ohne Betreuung da…

    1. Ja genau, liebe Petra, ich erlebe auch immer wieder, was für einen Rattenschwanz das hinter sich her zieht, das beachten viele Eltern gar nicht. Ich würde mir manchmal wünschen, dass die Kitas wegen des Personalnotstandes, der aus sowas entsteht, einfach wirklich mal die Tore schließt.

      1. Das wünschen sich ehrlich gesagt dann auch die Erzieher. Ich selbst bin Erzieherin von 1 bis 2 jährigen. Gefühlt sind sie immer krank, bzw. immer irgendwer krank… Wir als Erzieher stecken uns dann auch an, dazu kommt das ohnehin zu wenige Personal, zumindest im Land Brandenburg… Fällt da nur ein Erzieher aus, sieht es schon fast schwarz aus… Aber einfach die Tore schließen, ist leider nicht! Eh der Fall eintrifft, muss quasi jeder Erzieher ausfallen…
        Und auch ich habe Eltern dabei, da husten sich die Kinder einen ab, können dadurch schon nicht mehr essen, geschweige denn sich im Mittagsschlaf erholen… Jeden Tag sagt man den Eltern das es wieder nicht gegessen und geschlafen hat und bekommt als Antwort: Ach das ist die Bronchitis, die es immer hat… Da könnte ich persönlich die Eltern schütteln… Aber wenn die Eltern die Kinder bringen, MÜSSEN wir sie erstmal annehmen, denn die Eltern haben Entscheidungsgewalt…
        Manchmal ist es aber einfach nur zum ausflippen…

  17. Hier in Irland gibt es keine Krankentage fuer Kinder, ich muss Urlaubstage dafuer verwenden,das finde ich nicht gut, ist aber so. Als “Einwanderer” haben wir auch kein Familiennetzwerk. Das ist eine Realitaet fuer eine grosse anzahl von Menschem. Die Lebenshaltungskosten sind sehr hoch, insbesondere die Kitakosten. Wer sich ueber das System in Deutschland beschwert sollte sich unbedingt im Europa/Weltvergleich informieren. Ich faende es auch schoen, wenn ein Gehalt in der famlie reichen wuerde, das ist aber leider immer seltener der fall. Ich habe meine Kinder auch schon mal unwohl in die Kita-schule geschickt,und mich dabei schlecht gefuehlt, aber in diesen Faellen gab es keine Alternative.

    1. Danke für deinen Bericht aus Irland, liebe Tina. Ich habe heute schon mehrfach davon gehört, dass das Thema in anderen europäischen Ländern noch verschärfter auftritt. Puh!

  18. Im Kindergarten hab ich das nicht ganz so mitbekommen, aber jetzt da meine Kleine in der ersten Klasse ist fällt es mir doch auf das manche Kinder in die Schule MÜSSEN. Leider tun sich die Eltern nix gutes denn oft sind die Kinder dann nicht fit und machen nochmals schlapp . Aktuell erst bei der Freundin meiner Tochter erlebt … sie wurde Montag und Dienstag zu Hause gelassen (was der Mutter gar nicht recht war) musste Mittwoch,Donnerstag wieder gehen (wahrscheinlich mit Fieber) um dann am Freitag wieder zu Hause zu bleiben!
    Geht für mich gar nicht! Klar rede ich mich einfach weil ich einfach Babysitter und Bezugspersonen im Hintergrund habe die die Kleine betreuen, aber mein Kind krank schicken ist ein NO GO
    GLG Silke

    1. Ja, so sehe ich das auch. Gerade ein Schultag ist ja auch einfach anstrengend und die Lehrer sind so leistungsorientiert, dass es für die Kinder doppelt blöd ist, wenn sie dort krank sitzen müssen.

  19. Ich selbst bin alleinerziehend und arbeite als Tagesmutter.
    Der Artikel ist wirklich toll! Werde ihn für die Eltern meiner Tageskinder ausdrucken.
    Viele Eltern sehen aber leider auch das Leid ihrer Kinder nicht. Es muss nicht immer 40 Fieber sein. Ein Kind kann sich bereits mit 38 Temperatur schlecht fühlen und schlapp sein.
    Sobald ein Kind nicht in der Lage ist am normalen Alltag in Kitas, Schule oder bei der Tagesmutter teilzunehmen, gehört es nach Hause!

  20. Toller Artikel! Ich habe mich schon gefragt, ob es nur mir so geht. 10 Tage pro Kind sind schon ein Witz, obwohl es ja bewiesen ist, dass Kinder viel häufiger krank sind. Dann heißt es nimm Urlaub oder Stunden, was auch unglaublich ist. Damit hast du dann weder Erholung noch effektive Familienzeit, denn die hat man ja für Krankheiten aufgebraucht.
    Meine 12jährige muss bei Krankheit alleine zu Hause bleiben, weil es dann gar keine Kind-krank-Tage mehr gibt. Ich persönlich finde das bedenklich. Ist ein 12jähriges Kind in der Lage sich ausreichend zu versorgen, wenn es Fieber hat, oder Magen-Darm. Ich glaube nicht! Wer haftet, wenn ihr in der Zeit wo ich arbeiten muss, was passiert?
    Es muss doch möglich sein, wie bei einem Erwachsenen, das man zu Hause bleiben kann mit seinem Kind, egal wie lange es krank ist.

  21. was ich auch schlimm finde, ist, daß es in der Zeit der Kindkranktage auch noch Gehaltseinbußen gibt. Da rechnen die sogar die VL- und Provision runter! Bei normalen Kranktagen ist das nicht so. Warum ist ein Kindkrank weniger wert als mein krank???

    1. Das ist wirklich einfach nur schlimm. Da sieht man doch echt wieder, wo die Prioritäten in unserem derzeitigen System liegen und wessen Bedürfnisse einfach nicht gesehen werden.

  22. Ich finde es einfach unverantwortlich gegenüber den gesunden Kindern! Meine Kleine ist 13 Monate und wir hatten sie im Januar bestimmt 2 Wochen zu Hause, weil sie fiebrig war und Husten und Laufnase hatte. Sie war gut drauf, aber wir wollten sie auskurieren (zum Glück geht das bei uns, da wir beide an der Uni arbeiten, da sind die Leute sehr verständnisvoll- – und von zu Hause schafft man ja auch noch was).
    Am Montag in die Kita – prompt am Donnerstag wieder Schnupfen und erhöhte Temperatur. Freitag wieder zu Hause. Aber nicht nur das, auch ich hatte dann wieder Schnupfen und jetzt sogar eine Sinusitis, die mit Antibiotika behandelt werden muss. >:-(
    Ich kann den Druck vieler Eltern verstehen, aber es geht einfach auf Kosten der ganze Gesellschaft, wenn der Ansteckungs-Kreislauf einfach immer weiter geht.
    Und das mit den Fieberzäpfchen habe ich ja noch nie gehört – unglaublich!!

    1. Hey Frederike, ich habe auch viele Jahre an der Uni gearbeitet und habe dort auch die Erfahrung gemacht, dass man es ganz gut vereinbaren kann und auch auf viel Verständnis hoffen darf. Zumal man ja in der Wissenschaft sowieso oft von daheim arbeiten kann und zu eher ungewöhnlichen Zeiten. Allerdings hat unsere Personalabteilung oft nicht mitgezogen und so war man immer auf Einzelabsprachen mit den jeweiligen Vorgesetzten angewiesen und begab sich immer rechtlich in eine Grauzone, wenn man von Zuhause arbeiten wollte. Das fand ich extrem ärgerlich.
      Das mit den Fieberzäpfchen ist leider recht häufig. Die Kinder erzählen sowas ja dann zum Teil auch in der Kita, weil sie sich nichts bei denken.

  23. Erstklassig geschrieben!!! Ich gebe dir sooooo Recht. Ich bin seit nun 19 Jahren mit Kindern am Arbeiten und es ist tatsächlich so. Und auch das die Eltern eigentlich keine wirkliche Chance haben ihr/e Kind/er Zuhause zulassen ist für das so kinderfreundliche Deutschland mehr als ein Armutszeugnis!! Kinder können einem heutzutage wirklich leid tun. Wie oft habe ich Kinder vor mir sitzen, die von dem heutigem Leistungsdruck förmlich erdrückt werden!!!! Dabei brauchen Kinder doch einfach nur ein bisschen Empathie, Feingefühl der Eltern und Grenzen und natürlich Liebe!!! Aber wenn deren Eltern dass schon nicht mehr erlebt haben, wie sollen sie das dann an ihre Kinder weiter geben?! Liebe Grüße Sonja

  24. Auch in Österreich ist das nicht anders….. nicht selten werden die Kinder in die Gruppe gestellt, mit dem Vermerk: er/sie hat eh Nuref*** bekommen, die 4 Stunden schafft er/sie schon. WAS BITTE! oder er hat sich heute morgen übergeben, aber es geht schon wieder. Heimschicken dürften wir nur, wenn sie Fieber haben, egal das sich die kleinen Zwerge, irgendwie durch den Tag schleppen oder andere Kinder anstecken. Ein Kindergartentag für die KInder ist doch zum Teil so stressig, wie ein Arbeitstag eines Erwachsenen …… 2 Tage fieberfrei war mal! Natürlich gibt es auch die, die ihre KInder daheim lassen, leider viel zu selten. In der Schule ist dies das selbe!
    Obwohl unser Jüngster hat einen Lehrer der die Kids auch heimschickt bei Bauchweh, Unwohlsein ….. !
    Bauchgrippe ist meist in einen Tag “erledigt” aber kaum einer fühlt sich nach eine Tag wieder wirklich fit. Trotzdem werden sie wieder geschickt, nur um nach 2 Stunden einen Anruf zu erhalten das Kind ist wieder krank.
    Alles Liebe, Dana

    1. Ich finde es ganz spannend, dass es überall in Europa diese Konflikte zu geben scheint und dass offenbar niemand einen wirklich kinderfreundlichen Weg zu gehen scheint, sondern mal mehr, mal weniger ausgeprägt die Interessen der Wirtschaft und der Arbeitgeber vorne stehen.

  25. Wow, Danke für diese Zeilen
    Ich fühle mich immer komisch, weil ich meinen Sohn(3) nicht in den Kindergarten bringe,wenn ich ihn für zu krank dafür halte.
    Anscheinend mache ich es doch richtig
    Man/frau traut sich ja kaum noch,nach eigenem Empfinden zu handeln
    Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich lasse ihn zu Hause und es ist nicht richtig

    1. Liebe Natascha, ja natürlich ist es richtig, was du machst! Du tust etwas ganz, ganz wertvolles für dein Kind. Du vermittelst ihm in schwachen Situationen Sicherheit und gibst ihm ein warmes Zuhause. Er merkt dadurch, dass er gesehen wird und dass er sein darf, wie er gerade ist. Schön, dass du auf dein Bauchgefühl hörst. Lass es dir vom kalten Wind da draußen nicht nehmen! Alles Gute.

  26. Unser Sohn ist 6, und seit Beginn des Kindergartens mit 3 Dauerkrank. Er war auch vorher schon viel krank, aber seitdem haben wir 20 Infekte im Jahr, die meist 2 Wochen dauern. Leider hat sich auch Asthma entwickelt, obwohl er schon früh behandelt wurde. Ein Schnupfen/Husten ist bei uns leider auch nicht nur ein bisschen Schnupfen/Husten, sondern wir müssen “dagegen arbeiten”, dass es sich nicht zur Lungenentzündung entwickelt, dh. zu dem normalen inhalieren täglich mit Asthmamitteln, muss er über den pari noch mehr inhalieren. Ich gebe auch zu, dass ich jeden morgen mit einem mulmigen Gefühl zum Kiga gehe und fast mit Panik die Aushänge mit den Krankheiten betrachte und schon oft innerlich geflucht habe, wenn ich den Gruppenraum betrete und die ganzen Rotznasen sehe, denen es nur so grün und gelb aus der Nase flutscht. Ich gebe auch zu, dass ich unseren Sohn direkt zuhause lasse, wenn ein Schnupfen sich ankündigt. Und ja, wir haben das Glück dass mein Mann einen guten Job hat und wir uns das leisten können. Und Kranktage haben wir keine für unseren Sohn, er ist privatversichert.Ich weiss, dass es ein Thema ist, über das man ewig diskutieren kann und wo es nie Einigkeit geben wird, genau wie das Impfen, aber für mich gehört ein Kind mit Schnupfen und Husten nicht in einen Kindergarten, weil immer andere sofort angesteckt werden und es nie ein Ende haben wird. Ich weiss, dass man einer Ansteckung generell nie aus dem Weg gehen kann, aber ich bin der Meinung, wenn mehrere es so handhaben würden und auch könnten, wäre solche Texte vielleicht gar nicht nötig.

    1. Ach Mensch! Und solche Kinder, die schon ein kleines Päckchen mit sich tragen, die trifft so etwas immer besonders hart und als Eltern badet man dann die Unachtsamkeit der anderen aus. Alles Gute für euch – ich hoffe es wird mit dem Alter besser.

  27. Leider hatten wir das in unserer alten Einrichtung auch sehr oft, dass vermeindlich gesunde Kinder in die Kita kamen. Das Ende vom Lied, die halbe Gruppe und auch Erzieher lagen Tage danach flach. Das Ganze gipfelte jetzt soweit, dass wenn das Kind krank aus der Kita geholt werden musste, ich für das gesunde Kind jetzt eine “Gesundschreibung” vom Kinderarzt brauche. Ein absoluter Blödsin, wenn einfach mal die Eltern ihr krankes Kind zu Hause lassen würden und ihre Verantwortung als Eltern wahrnehmen würden. Natürlich ist es sch…, wenn das Kind ständig krank ist, aber vielleicht sollte man da auch mal auf Spurensuche gehen. Und was die 2×10 Tage angeht wenn diese dann doch aufgebraucht sind; einfach mal den Hausarzt oder auch die Frauenärztin (so mache ich das immer, weil sie mich als Mutter versteht) fragen und die Situation erklären. In den meisten Fällen (und ich kenne im Freundeskreis niemanden wo das noch nicht geklappt hätte) schreibt einen der Arzt krank und man kann zu Hause bleiben. Das dies kein gutes Licht auf einen selbst als Arbeitnehmer wirft ist klar, aber ehrlich gesagt, ist mir das egal. Ich bin nunmal Mama und das weiss mein Chef und meine Kollegen und irgendwann ist dieser Zeitpunkt auch vorbei. Und dann ist mann wieder 100% für die Firma da. Das Probelm ist nur, dass wir uns selbst immer so viel Druck machen. Ich habe neulich mal mit meinem Chef gesprochen und ihn dann gefragt, wer den bei ihm zu Hause bleibt wenn die Kinder krank sind, die Antwort war wie zu erwarten “Meine Frau”. Und darauf habe ich ihm gesagt, tja und ich bin auch die Frau von meinem Mann und die Mama von meinem Sohn. Da hat er mich angeschaut und meinte, da haste recht. Das wird nämlich oft vergessen. Man wir nur als Arbeitnehmerin wahrgenommen aber nicht als Frau / Partnerin oder Mama.

  28. 4 Tage sind es in Hessen für Beamte…. aber auch damit muss man dann halt auch auskommen – Kinder brauchen die Bindung, da geb ich dir völlig Recht. Ich danke allen Wesen/Göttern/Geistern jeden Tag dass wir eine Oma haben die immer für ihre Enkel da ist

  29. genau so wieder Lich finde ich es wen es immer wieder vorkommt das heute zu tage immer mehr Eltern nicht mehr die Kinder auf läuse kontrollieren und die Kinder damit einfach weiter zur schule schicken

  30. Mein Mann ist Selbstständig und ist deshalb privat Krankenversichert. Da Selbstständige keine Krankheitstage fürs Kind bekommen und seine Krankenkasse dies auch nicht anbietet haben wir sogar nur die 10 Tage die ich als Angestellte bekomme. Ich musste mich deshalb schon krank schreiben lassen damit ich keinen unbezahlten Urlaub nehmen musste. 10 Tage im Jahr sind viel zu wenig und nun ist das zweite unterwegs, da frag ich mich wie das dann in der Zukunft mit zwei Kindern gehen soll…. Deutschland ist wirklich so ein Kinder unfreundliches Land dass es kein Wunder ist das viele Paare kinderlos bleiben wollen… auf der einen Seite kann man heut zu Tage nur mit einem Einkommen nicht wirklich über die Runden kommen, und dann wird es einem als Frau auch noch so schwer gemacht… Angefangen bei der Jobsuche als Mutter und dann Job und Kind unter einen Hut zu bringen und allem gerecht zu werden… warum klappt dies in anderen Ländern so viel besser als bei uns im doch so fortschrittlichem Deutschland…?!

  31. Leider ist es aber nicht möglich die Kinder zu Hause zu lassen,weil dann der Job auf der Kippe steht. Kein Job – kein Geld.
    Ich sehe es auch so,daß sich an dem ganzen System was ändern muss.

  32. Arbeite auch in einer Kita und muss sagen, daß ich wirklich genervt bin von den kranken Kindern. ABER: ich verstehe auch die Mütter, die mir ihr Kind mit Tränen in den Augen geben, weil sie wissen, dass es krank ist und mich bitten in einer halben Stunde in der Arbeit anzurufen, damit der Chef glaubt, daß das Kind wirklich krank ist. Die kommen dann auch sofort. Ich frage mich nur, was für Chefs das sind. Es muss sich an dem Klima was ändern. Und es muss den Eltern auch gesagt werden, daß es eben nicht damit getan ist einen Betreuungsplatz zu haben, sondern daß es auch Schließungs,- und Krankheitstage gibt. Oder man ist so ehrlich, daß eben Kinder krank kommen werden. Dann muss man aber sagen, daß in jeder Gruppe 2 Leute zusätzlich arbeiten müssen und zwar für die kranken Kinder. Nur das will ja keiner finanzieren. Weder die Eltern, noch der Staat und die Arbeitgeber erst recht nicht. Das ist ein Problem das auch dem Rücken von Eltern, Kindern und Erziehern ausgetragen wird. Weil eine gute Mama/böse Mama Diskussion bringt doch nicht weiter. Fast alle haben ein Problem und fast alle jonglieren damit irgendwie herum. Die einen besser, die anderen schlechter. Aber das Problem ist doch für alle die arbeiten das gleiche

  33. Wir haben gerade zwei Wochen “Krankheit auskurieren” mit unserer Tochter “durch”. Sie hatte Bronchitis, die Ärtzin meinte “auf jeden Fall eine Woche, besser wären zwei, damit sie es richtig auskuriert”. Und da wir Sorge hatten, da es auch chronisch werden kann, haben wir es halt durchgezogen. Für unsere Tochter. Meine Ärtzin war ein Schatz, die erste Woche hat sie mich krank geschrieben. Die zweite Woche, haben sich mein Mann und ich mit Urlaub / Krankheitstag geteilt, denn ich kann bis zu 3 Tage im Geschäft fehlen, ohne Atest.
    Ich bin nicht stolz auf solche Aktionen. Normalerweise bin ich 120% Arbeitnehmerin und denke für meinen Betrieb und versuche mich fair und anständig zu verhalten. krankheitstage waren bei mir nie vorhanden. Seit unsere Tochter da ist, hat sich das geändert. Ich habe manchmal das Gefühl, keine Wahl zu haben, denn meine Tochter hat sie auch nicht. Sie ist das schwächste Glied in unserer Familienkette. Sie ist auf unsere Entscheidungen angewiesen, dass sie im besten Sinne für sie erfolgen. Das ist nicht immer mit meinem Arbeitsgewissen zu vereinbaren. Aber mein Mamagewissen schreit da einfach lauter.
    Ich finde Eltern furchtbar, die ihre Kinder, wie beschrieben, in die Krippe schicken. Ich bedaure die, die meinen keine Wahl zu haben. Aber sie helfen uns anderen damit in keinster Weise. Wir sitzen da alle im gleichen Boot. Und wenn ihr eines Kind krank kommt, betrifft es im Ernstfall 6 weitere Familien oder mehr. Das muss man sich auch immer überlegen.
    Und ich persönlich bringe es einfach nicht über das Herz meine kranke Tochter allein zu lassen. Sie gehört dann einfach zu Papa oder Mama. Und dann bin ich mir auch sicher, Klarheit über den Verlauf der Krankheit zu haben und kein Risiko einzugehen.

  34. Danke für diesen Text, es ist sooo wahr! Ich kenne den Druck auf die Eltern, besonders auf uns berufstätige Mütter, ebenfalls! Beim ersten Kind allein war ich wegen Kinderkrank im Jahr ein paar Tage Zuhause. Bei einem Gespräch mit meinem Chef kam das Thema dann auf und er hat tatsächlich von mir verlangt, dass ich bei Kinderkrank (UND auch wenn ich selber krank bin) mit ihm doch vorher telefoniere, wie schlimm es ist und ob ich nicht wirklich doch auf der Arbeit (Teilzeit)dringend gebraucht werde, dann schleppt man sich halt hin bzw vielleicht hat er ja auch noch eine Idee, was ich mit meinem kranken Kind machen könnte oder ob der Vater nicht Zuhause bleiben könnte, die Oma etc…ich war auf 180, habe ihm an den Kopf geknallt, dass er mir ruhig vertrauen könnte, dass ich alle Möglichkeiten schon abgewägt habe, bevor ich mich (kinder)krank melde. Haben uns gezofft, sind aber auf keinen gemeinsamen Nenner diesbezüglich gekommen..soviel zur AG-Seite.
    Und ja, ich MUSS als jetzt 2-fach Mami auch arbeiten. Eine Mietwohnung kostet hier fast soviel wie Eigenheim, und ein Gehalt reicht nicht wenn man nicht unbedingt auf alles verzichten will,und das sind bei uns nun mal nicht die Designer-Klamotten, sondern der normale Bedarf! Und als Mutter muss man auch bedenken, dass Frau auch irgendwann auf eine Rente angewiesen ist, die so schon nicht mehr ausreicht!
    Und ja, ich liebe Urlaub, aber wenn wir Urlaub machen, dann haben unsere Kinder am meisten davon, denn wir gehen da auf ihre Bedürfnisse ein! Und ich gönne mir persönlich außer der Freude für meine Kinder kaum noch was! Denke, ein bisschen was braucht man für sich selber auch, ohne direkt als egoistisch abgestempelt zu werden. Wäre gerne 2 Jahre Zuhause geblieben oder am liebsten die ersten Jahre Hausfrau, aber aus oben genannten Gründen ist das heutzutage fast unmöglich! Und der Staat und Gesetzgeber tun nicht viel für die Eltern. Als Eltern ist man der A….der Nation…ist leider so, egal um welchen Bereich es geht…

  35. Ich bin alleinerziehende Mutter von 2 Kindern (2 und 4 jahren) und beruflich nicht in einem Amt oder einer Behörde tätig so wie viele hier sondern in der Altenpflege. Aus finanziellen gründen kann ich meine kinder nicht bei jedem Husten und Schnupfen zu Hause lassen. Die gesetzlichen Krankentage für meine Kinder kann ich zwar in Anspruch nehmen aber was ist mit dem Rest?, natürlich kann ich zu meinem Arzt gehen der mich krankschreiben soll, dann dauert es aber nicht lange bis ein kleinere Betrie5die Kündigung ausspricht aufgrund der vielen Fehltage. Es ist schwer als alleinerziehende mit 2 Kindern überhaupt eine stelle zu finden die mit den Öffnungszeiten der kindergärten übereinstimmt. Sehen wir doch einfach mal der realität ins Auge, es bleibt einem oft nichts anderes übrig als ein erkältetes kind in die kita zu geben (aber nicht bei Fieber)wenn man auf seine Arbeitsstelle angewiesen ist. Es hat au h nicht jeder die Möglichkeit auf Großeltern oder andere Personen zuzugreifen. ..
    Ich würde meine kinder auch gerne öfters zuhause lassen und mich so um sie kümmern wie sie es in meinen Augen verdient haben und brauchen. Ich liebe meine Kinder über alles und würde alles für die tun aber auch muss ich in der kage sein sie zu ernähren

  36. In dem Artikel wurde jetzt nicht gerade von Kindern mit Erkältung geschrieben, sondern von denen, die ernsthafte Symptome wie Erbrechen und Fieben haben. Das nenne ich unverantwortlich. Das man das Kind nicht bei jedem Schnupfen daheim lassen muss…denke ich doch, ist völlig in Ordnung und auch nicht Kern dieses Artikels.

  37. Du sprichst mir aus der Seele!!! Ich bin Erzieherin in einer Krippe und es wird echt immer schlimmer!!!! Seit Januar sind die Kinder eigentlich nur krank und werden zum Teil trotzdem gebracht! Wir haben die Regel das ein kind, nachdem es Fieber hatte, einen Kindergarten Tag fieberfrei sein muss! Das hält so gut wie keiner mehr ein!! Jedesmal haben die Eltern eine neue ausrede! Und zu Hause war wie immer nichts mehr! Und nicht nur die armen Kinder leiden darunter! Die tun mir am meisten leid! Aber auch wir Erzieher/innen leider darunter!! Seit januar gab es kein Wochenende, welches ich mal gesund genießen konnte! Die meisten Wochenenden lag ich flach und musste mich auskurieren um Montags wieder fit zu sein!! Wofür?!? Damit bin ich genau genommen nicht nur eine Gefahr für die Kinder und Kollegen/innen sondern auch für meinen eigenen Körper!! Aber nicht nur die Mütter habe. Schwierigkeiten bei ihrem Arbeitgeber wenn sie oft zu hause “kindkrank” sind! Auch ich kriege irgendwann Probleme wenn ich alle zwei Wochen krankgeschrieben bin!!!
    So schlimm und traurig was hier momentan abläuft!!!
    Aber danke für den super Artikel!!! Würde ihn am liebsten mal in der Kita aushängen!!!!!!!!!!!!!!!

  38. Moin! Das kranke Kinder definitiv zu Hause bleiben sollten ist Fakt. Das Problem sind nicht die Eltern. Unsere Grosse ist nicht mal eben nur krank mit Magen/Darm oder Erkältung, nein, bei uns geht es immer mit Blaulicht ab ins Krankenhaus. Ich hatte anfang des Jahres ein Gespräch mit meinem Chef darüber, dass ich letztes Jahr 12 Tage KIndkrank war. Das ist zu oft. Ich habe zu ihm gesagt:” Kein Thema, dass nächste mal rufe ich keinen Krankenwagen und lass mein Kind verrecken, oder ich sage dem Norarzt, dass er sich um sie kümmern muss, da ich jetzt zur Arbeit muss. Das Problem sind nicht die Eltern, sondern die Gleigültigkeit der Arbeitgeber. Hauptsache du bist da und funktionierst. Ansonsten war es das.

  39. Ich finde es sehr schade, dass so viele von euch immer nur von “berufstätigen Müttern” schreiben – was ist denn mit den Vätern? Denen stehen doch auch Krankheitstage zu.
    Klar, bei den Alleinerziehende bleibt leider alles an einem Elternteil hängen, aber ansonsten gelten die 10 Krankentage ja pro Elternteil…

  40. Mein Mann ist freiwillig privat versichert, das war so, bevor wir uns kennen lernten. Er hat demnach keine Kinder-krank-Tage.
    Ich als Beamtin habe von Recht wegen zehn – allerdings haben wir vom Schulamt die Anweisung “ein guter Beamter sorgt ür anderweitige Unterbringung seiner Kinder” – guter Beamter ist also wichtiger als gute Mutter, genau.
    Erst wollte man uns nur noch 4 Tage zugestehen, das hat der Personalrat zum Glück verhindert, das wäre ja auch Unrechtes gewesen.
    Glücklicherweise sind meine Kinder meist gesund – in dem Jahr allerdings war jedes schon 5 mal krank. Oma si Dank konnte ich “guter Beamter” spielen. Zur Not müsste man sich wohl selbst krank schreiben lassen.

  41. Wir hatten vor 3 Wochen den Fall:
    Sohnemann (4) kommt mit Halsweh und Fieber am Sonntag von Papa nach Hause.
    Er bekommt Fiebersaft zum schlafen und ist Montag bei Oma.
    Da er topfit und Fieber-/Schmerzfrei war ging es Dienstag wieder in sie KiTa. Am Donnerstag weist und die Zahnärztin auf seine “Himbeerzunge” hin.
    Freitag geht es zum Kinderarzt. Abstrich – Streptokokken – positiv
    Er war “optisch” gesund.
    Es gab eine Woche Antibiotika und er durfte Montag wieder in den Kindergarten.
    Als Alleinerziehende stehen mir zwar 20 Tage zu, aber die Krankentage werden “nur” zu 2/3 ausgezahlt.
    Ich kann mir das leider nicht leisten ?

  42. Ich habe den Artikeln nicht ganz durchgelesen, gebe dem Titel absolut recht, ABER:
    Rechtlich gesehen mögen die 2×10 Tage stimmen, das sehen Arbeitgeber aber oft anders. Meine letzte Stelle habe ich verloren, nachdem ich mir von der Chefin oft anhören durfte, dass mein Kind zu oft krank ist. Begründet wurde der nicht verlängerte Arbeitsvertrag mit anderen Dingen. Aber die Probleme begannen erst nach der Elternzeit.
    Ich bin alleinerziehend und überlege mir zweimal, bevor ich mein Kind bei kleineren Dingen zu Hause behalte (natürlich nicht bei Fieber oder ansteckenden Dingen). Dem Kind wird das nicht schaden, dafür kann ich die Miete bezahlen. Nicht jeder kann auf Großeltern zurückgreifen.
    Vor dem Hintergrund kann ich Eltern verstehen, die in Notsituationen so handeln.
    Die Idee ist toll, die Realität leider anders. Von daher bitte ich, niemanden zu verurteilen, der so handelt.

  43. Ja, kranke Kinder gehören nach Hause, gar keine Frage! Und auch ich beobachte dass es “immer schlimmer” wird und viele Kinder krank in die Kita geschickt werden. Ich frage mich aber trotzdem nach der Moral von der Geschichte. Einige VorrednerInnen haben die Schwierigkeiten ja schon beschrieben. Da ist es mir zu wenig zu rufen: Das System muss sich ändern! Da fehlen mir einfach die konkreten Vorschläge. Die Rückkehr zur 100% Mutti, die immer zu Hause ist und Alleinerziehenden, die den Rest ihres Lebens von Hartz 4 leben, kann es ja wohl nicht sein!

    1. Ich wurde in den vergangenen 2einhalb Jahren 2 Mal gekündigt, weil unser Kind eben alles an Krankheiten mitgenommen hat was es so gab (eher aber die harmlosen Sachen). Soviel zum Thema “kinderfreundliches Deutschland und ihre Arbeitgeber”, ABER ich würde es wieder tun und mein Kind immer aus der Kita holen, wenn’s ihm nicht gut geht UND ich würde mein Kind keinesfalls mit Fiebermittel “ruhig gestellt” in die Kita geben. Leider gibt’s das in jeder Kita und bei Gesprächen mit Erziehern kommt immer wieder eine gewisse, verständliche Frustriertheit auf, weil die sich nur noch wie ne Aifbewahrungsanstalt vorkommen. Hinzu kommt natürlich, dass ein Kind, welches nicht gleich als krank erkannt wird, die anderen mal “schön” ansteckt. … Mich regts tierisch auf , aber es wird DIESE Eltern leider weiterhin geben. Traurig aber wahr.

  44. der Artikel spricht mir aus der seele… es ist märz ich habe für den rest des jahres noch 2 tage von meinen 10 zur verfügung… und mein kleiner grosser tut mir so leid, wenn er nach einer Woche im kindergarten schon wieder hustet schnupfen hat oder fiebert… er kommt gar nicht zur ruhe… 2 Wochen krank 1 Woche gesund 1 Woche krank, ich weiss nicht mehr was ich noch machen soll. ich bin froh einen tollen Arbeitgeber zu haben, der mich immer fahren lässt wenn was mit dem kleinen ist… aber es gibt oftmals leider nicht so rücksichtsvolle Arbeitgeber… ich drücke allen kranken und uns müttern und auch den väter, dass die kleinen schnell wieder fit werden….

  45. Auch ich sehe diesen Trend und finde ihn beunruhigend. Noch nie wurden bei Kindern zudem so oft Antibiotika eingesetzt wie heute. Ich arbeite “nur” zwanzig Stunden und mein Mann ist im öffentlichen Dienst, so dass er eine gewisse Sicherheit genießt und auch mal zu hause bleiben kann wenn es brennt. Aber genau das spiegelt sich im Gehalt wieder und ich mache einen Job weit unter meiner Qualifikation. Natürlich reicht es aus aber vieles muss warten. Aber meine Kinder sind es mir wert. Allerdings muss ich mich oft gerade gegenüber anderen Müttern verteidigen nicht mehr zu Arbeiten. Ein Umdenken bei Arbeitgeber Regierung und Müttern wäre dringend nötig.

  46. Das kommt mir sehr bekannt vor (ich bin Erzieherin). Leider ist das sehr wohl üblich, auch in Hamburg ?
    Darüber hatte ich auch erst letztens gebloggt. So traurig, wenn man die Eltern der kranken Kinder nicht erreicht. Und sie stundenlang nicht zurückrufen.

  47. Hat dies auf rebloggt und kommentierte:
    Sehr guter Blogartikel! Stimme dem voll und ganz zu und habe es leider auch schon oft miterlebt. In Ländern wie z.B. Luxemburg und Frankreich ist das allerdings schon Standart das Eltern ihre Kinder krank in Schule und Kita geben. Da gehen Eltern auch unter der Woche um 21 :00 in die Notaufnahme um dem kranken Kind die Medizin für den nächsten Tag verschreiben zu lassen. Die wird dann einfach mit in die Kita oder die Schule gegeben.

  48. Auf ein Problem hinweisen…o.k. gut. Und dann im Raum stehen lassen. Auch o.k., kein versöhnliches Ende anbieten. Kein Verständnis für Eltern, die gerne anders als durch ALG II oder Ehegattensplitting ihre Familie unterhalten würden. Gut.
    Das heißt jede/r Lerser/in darf sich selbst Gedanken machen was die Lösung sein könnte.
    Möglichkeit 1) keine Kinder bekommen, 2) erst Kinder bekommen wenn Oma und Opa in Rente sind und diese dann versorgen können, falls sie sich das wegen Altersarmut leisten können, 3) sich einen (bald) reichen Partner schnappen, hoffen dass der sich nicht trennt und einer gibt sein berufliches Leben auf um professionelle/r Erzieher/in zu werden mit allen sonstigen Konsequenzen die das hat, 4) sich auf 20 Jahre ALG II einstellen, 5) die AfD wählen in der Hoffnung, dass wenn alle Flüchtlinge weg sind und das traditionelle Familienbild wieder regieren darf, es mehr Gelder für Menschen gibt, die sich alleine auf die Kindererziehung konzentrieren.
    Oder: für Wahlfreiheit eintreten, auch Eltern, deren Lebenswüsche und -modelle man nicht nachvollziehen kann tolerieren und im Rahmen der Menschlichkeit unterstützen, das heißt, für eine andere (voll bezahlte) Kinderbetreuungsregelung im Krankheitsfall eintreten, generell mehr Betreuungszeiten (ohne Verdienstausfall) gesetzlich ermöglichen. Klar, auch gegen Lohndumping und Leiharbeit und unbegründet befristete Verträge eintreten…
    Sich einfach nur hinzustellen und zu sagen “Eltern die ihre Kinder krank in Betreuungen bringen sind böse und schlecht und verdienen kein Verständnis, ein krankes Kind gehört nach Hause (zu Mutti, die dann halt nicht arbeitet, aber das hat eine wahrhaft gute Mutter ohnehin nicht zu tun, sonst hätte sie eben keine Kinder bekommen dürfen…?), halte ich persönlich für “es sich zu einfach machen” und gür den echten Diskurs wenig hilfreich.

    1. Danke für deinen Kommentar. Ich denke, wir sind wahrscheinlich grundsätzlich unterschiedlicher Meinung, was dieses Thema angeht, was ja völlig in Ordnung ist. Was deinen Vorwurf der Diskursverweigerung und dem “einfach machen” angeht, möchte ich dir allerdings eine nähere Beschäftigung mit meinen sonstigen Beiträgen ans Herz legen und dir besonders diesen hier empfehlen.https://familieleben.wordpress.com/2017/03/07/wie-wir-das-kranke-kind-schaukeln-koennen/
      Viele Grüße Daniela

    2. oder einfach mal auf die unnötigen Dinge des Lebens verzichten und sich selber um das Kind kümmern.
      Geht nicht? Doch geht.
      Mach ich selber, und oh Wunder sogar sehr gut.
      Mache das seit 2001 und bin seit 2002 selbstständiger Tagesvater auf Wunsch einiger Eltern die lieber arbeiten wollten / sollten / konnten / mussten.

  49. Hallo leider öffnet sich der Beitrag oben im Text mit der Hühnersuppe nicht mehr.
    Hat das Rezept noch jemand oder einen anderen Link von dem Rezept ?

    Danke schon mal

  50. Zum einen reichen 2×10 Tage bei einigen nicht aus, zum anderen bekommt man weniger Geld und sobald die Kinder 12 sind gibt’s keine Krankschreibung mehr. Auch mit 12,13,14… Würde ich mein Kind nicht alleine lassen wenn es ihr hundeelend geht

  51. Das ist eine Folge unserer Workaholic Gesellschaft. Personalressourcen werden mit der Bestrebung nach maximalem Unternehmensgewinn absolut knapp gehalten. Die Befürchtung vor Arbeitsüberlastung nach ungeplanten Fehltagen wegen mangelnder Vertretungsregelungen treibt uns regelrecht in die Enge.

  52. Ich gehöre zum Glück zu denen Müttern die es sich leisten können zu Hause bei den Kindern sein zu können. Sehe aber des öfteren wenn ich unseren Kleinsten in die Kita bringe doch schon viele die ihre kranken Kinder dort abliefern. Bekomme ich sowas in der Gruppe mit in die mein Kleinster geht nehme ich ihn sofort wieder mit nach Hause.
    Es könnte um so vieles einfacher sein wenn die netten Herren von oben etwas daran tun würden, z. B. so was wie ein Haushaltsgeld für Mütter die ihre Kinder zu Hause betreuen auch noch über die Kiga Zeit hinaus. Halt eben ab da wo die Kids die Kiga besuchen weniger, aber so wäre zumindest doch mal gewährleistet das Mütter mit Kindern nicht unbdingt arbeiten müssten weils sonst zu eng wird. Ich finde das von unserer Gesellschaft unerhört.

  53. Ich bin per Zufall über deinen Artikel gestolpert. Ich wohne in der Schweiz, arbeite selbst nicht. Mein Mann und ich haben uns bewusst zu entschieden. Und nehmen dadurch auch finanzielle Einbussen in Kauf. Sicher teile ich Deine Meinung über den Druck auf Mütter. Doch ist es nur der Druck oder auch Bequemlichkeit einiger? Ich erlebe es massiv im engen Umfeld, dass sich berufstätige Mütter zwar einen Tag krank melden wg Betreuung eines kranken Kindes, dieses dann aber meist mit Mittelohrentzündung oder gerade letzter Woche mit sehr hohem Fieber und Grippe den Großeltern aufs Auge gedrückt werden, die hier sonst betreuen und die Mutter obwohl ja beim Arbeitgeber extra deswegen krank gemeldet, einkaufen geht, und den Rest des Tages Besorgungen macht. Und wir reden nicht davon, kurz beim Supermarkt um die Ecke einen Beutel Milch holen oder in der Apotheke Medis holen. Ist es nicht auch so, dass es anstrengend ist, kranke Kinder zu betreuen? Wer putzt schon gerne Erbrochenes weg? Ich stelle leider immer mehr auch fest, dass einige Mütter gar keine Lust darauf haben. Und dies ist kein Einzelfall.
    Kranke Kinder gehören nach Hause, sie sollten die Möglichkeit haben richtig gesund zu werden. Es geht ja auch um Ansteckungen etwaiger Geschwisterkinder/-babys die vielleicht die ein oder andere Infektionskrankheiten nicht so leicht weg stecken können! Aber auch das ist das neue denken der Gesellschaft, nach mir die Sinnflut, was interessieren mich andere! Sehr schade

    1. Liebe Claudia. Was du berichtest klingt echt nicht schön und uch verstehe total, dass dir das beim Zusehen weh tut bzw. Dich wütend macht. Ich finde es hier immer schwer, in Gänze zu überblicken, was Familien bzw. Mütter wirklich umtreibt und zu solchen Entscheidungen bringt, die die oder auch mir sehr fremd erscheinen. Viele Grüße in die Schweiz!

  54. Also ich würde es teilweise sogar anders bezeichnen. Das viele Eltern sich nicht mehr mit ihren Kindern auseinandersetzten wollen. Auch nicht wenn sie krank sind. Warum boomen denn Kinderhotels mit 60 Stunden Betreuung die Woche ? Weil man so egoistisch ist und nicht mal im Urlaub sich die Zeit für die Kinder nehmen …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.